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| 02:40 Uhr

Cottbuser Rentsch ist verbittert

Norman Rentsch fühlt sich vom Manager des HC Leipzig getäuscht. Der hatte bis zuletzt vorgegeben, die Insolvenz abwenden zu können.
Norman Rentsch fühlt sich vom Manager des HC Leipzig getäuscht. Der hatte bis zuletzt vorgegeben, die Insolvenz abwenden zu können. FOTO: dpa
Leipzig. Nach der besiegelten Insolvenz des HC Leipzig und dem Zwangsabstieg in die 3. Liga muss der Trainer zum Arbeitsamt. Er ist wütend auf den Manager der Sachsen. Sandra Degenhardt

Sein erster Weg an diesem Montag führt Norman Rentsch zum Arbeitsamt. Nach der Insolvenz des einstigen Erfolgsclubs HC Leipzig und dem Zwangsabstieg in die 3. Liga ist der Handball-Trainer vorerst auf Unterstützung angewiesen. "Das ist ein sehr unangenehmer Weg für mich. Wir haben alle dran geglaubt und hatten Vertrauen in die Vereinsführung, dass es klappt. Das zieht einem den Boden unter den Füßen weg", sagte der 37-Jährige. Er ist verbittert.

Der zweifache Familienvater, der bis 2003 in Cottbus Handball gespielt hat, wartet wie viele Spielerinnen und Angestellte seit Januar auf sein Gehalt. Der Frauen-Handballbundesligist häufte über Jahre Schulden in Höhe von 1,3 Millionen Euro an.

Rentsch fühlt sich wie viele andere von der Vereinsführung um Manager Kay-Sven Hähner getäuscht. "Ich frage mich, wie die Verantwortlichen des Vereins und des Managements gearbeitet haben", sagte er. Zumal nach Informationen des HBF-Vorsitzenden Berndt Dugall schon vor der Entscheidung des Schiedsgerichts vor gut einer Woche, der zufolge die Lizenz mit der Zahlung von 600 000 Euro verknüpft worden war, ein entscheidender Investor abgesprungen sein soll. Damit war klar, dass der Erhalt der Lizenz nahezu unmöglich war.

Dennoch waren viele nach Hähners öffentlich nahezu euphorischen Äußerungen Ende vergangener Woche von der Rettung des sechsmaligen deutschen Handball-Meisters überzeugt gewesen. "Wir erfüllen sie", hatte Hähner nach dem Sieg vor dem Schiedsgericht und dem Erhalt der an eine Bedingung geknüpften Lizenz getönt.

Hähner scheiterte. "Ich hatte keine andere Wahl", verkündete er am Samstag lediglich per SMS. Das benötigte Geld sei nicht da. Mehr wollte er nicht mitteilen. Hähner meldete am Samstag die Insolvenz des HCL an, der siebenmalige Pokalsieger muss nun in der 3. Liga mit einem Junior-Team den schweren Neuanfang starten.

Wie es in Leipzig weitergeht, ist völlig offen. Rentsch lehnte mehrere Angebote ab, auch aus dem Ausland. "Wir wollten mit einem jungen Team weitermachen und auch durch die schweren Zeiten gehen", sagte er. Er will mithelfen, den Fortbestand des Vereins zu sichern.