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| 16:27 Uhr

Radsport
Cottbuser Radklassiker fällt aus

Lucas Carstensen ist der vorerst letzte Sieger von Cottbus-Görlitz-Cottbus. Der Hamburger siegte 2017 im Endspurt.
Lucas Carstensen ist der vorerst letzte Sieger von Cottbus-Görlitz-Cottbus. Der Hamburger siegte 2017 im Endspurt. FOTO: Tino Schulz
Cottbus. Die Radsport-Lausitz ist um einen Höhepunkt ärmer: Der Klassiker Cottbus-Görlitz-Cottbus wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Beim RK Endspurt hadert man mit der Absage.

Von Jan Lehmann

Die Radsport-Lausitz ist um einen Höhepunkt ärmer: Der Klassiker Cottbus-Görlitz-Cottbus wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Das bestätigte Eberhard Pöschke, Geschäftsführer vom RK Endspurt. Der 83-Jährige, der in den vergangenen Jahren für die Austragung des Bundesliga-Rennens für den Radsport-Nachwuchs verantwortlich zeichnete, bedauert den Wegfall der Veranstaltung sehr. Finanzielle Gründe seien dafür ausschlaggebend, hieß es. Im neuen Kalender der Rad-Bundesliga taucht Cottbus nicht mehr auf.

Auch der ehemalige deutsche Meister Martin Reimer, der vergangene Woche den Posten des 2. Vorsitzenden beim RK Endspurt von Pöschke übernommen hat, hadert mit der Absage. Er betonte gegenüber der RUNDSCHAU: „Dieses Traditionsrennen ist ein Radklassiker. Nicht nur wir als Verein, sondern die gesamte Sportstadt Cottbus muss sich hinterfragen, warum wir dieses Rennen nicht haben halten können. Fakt ist aber auch: Die Etatlücke war zu groß.“ Reimer, der in die Entscheidung über Cottbus-Görlitz-Cottbus noch nicht mit eingebunden war, erklärte: „Es war die richtige Entscheidung des damaligen Vorstands, die Austragung nicht auf gut Glück beim Bund Deutscher Radfahrer anzumelden und dann zu hoffen, dass man das Geld schon irgendwie eintreibt.“

Ob Cottbus-Görlitz-Cottbus damit gänzlich zu den Radsport-Akten gelegt werden kann, oder ob es 2019 einen neuen Versuch gibt, konnte Reimer noch nicht sagen: „Über unsere Ziele wollen wir uns im Vorstand erst noch verständigen.“

Im Vorjahr hatte der Lucas Carstensen die 56. Ausgabe des Traditionsrennen gewonnen. Der schwere Sturz des Münsteraners Daniel Westmattelmann , der mit einem Polizeimotorrad kollidiert war, hatte das Rennen überschattet. Dennoch hatte es viel Lob für die Veranstaltung gegeben. Danilo Hondo, ehemaliger Schüler der Lausitzer Sportschule und später erfolgreicher Profi, war als Trainer der Schweizer Nationalteams in Cottbus und erklärte damals: "So eine gute Streckenabsperrung, wie beispielsweise beim Zeitfahren am Samstag, gibt es für unsere jungen Fahrer nur selten." Auch der ehemalige Olympia-Dritte Christian Henn, mit Hondo einst beim Team Telekom bei der Tour de France unterwegs, bestätigte: "Es ist hier alles sehr gut organisiert.“ Somit hinterlässt das Traditionsrennen nicht nur in Cottbus, sondern auch im deutschen Radsport eine schmerzende Lücke.