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| 18:59 Uhr

Olympische Jugendspiele
Lausitzer Lauftalent setzt auf Endspurt

Läuferin Marie Scheppan (17) ist 400m U18-Vize-Europameisterin.
Läuferin Marie Scheppan (17) ist 400m U18-Vize-Europameisterin. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Bei den Olympischen Jugendspielen hat es die Cottbuser Läuferin Marie Scheppan mit einem besonderen Austragungsmodus zu tun. Von Georg Zielonkowski

Ein freudiger Aufschrei ging mit dem Erfolg von Marie Scheppan einher, als die 17-Jährige bei der U18-Europameisterschaft im ungarischen Györ über die 400 Meter Distanz zur Silbermedaille gerannt ist. Und wäre die Distanz auch nur zehn Meter länger gewesen, wäre die Döbbrickerin sogar Europameisterin geworden.

Da sie um ihren starken Schlussspurt wusste, begann sie im Olimpiai Sportpark etwas verhalten, um auf der Gegengerade dicht auf die führende Tschechin Barbora Malikowa aufzulaufen. Am Ende waren es 0,18 Sekunden, die ihr zum Titel gefehlt haben. „Enttäuscht bin ich deshalb aber keineswegs. Immerhin bin ich ja im EM-Finale mit 52,82 Sekunden meine persönliche Bestzeit gelaufen“, so die Läuferin, die sich mit dieser Leistung für die Mannschaft des Deutschen Leichtathletik-Verbands für die 3. Olympischen Jugendsommerspiele in Buenos Aires qualifiziert hat.

An einen ähnlichen Erfolg wie vor Wochen in Ungarn denkt sie trotz ihrer Vize-Europameisterschaft bei ihrem Start in Argentinien allerdings nicht. Ohnehin ist der Austragungsmodus beim Stadionrundenlauf ein ganz besonderer. Denn auf das Podest werden nicht diejenigen gerufen, die im Finale die Plätze 1 bis 3 belegen. Im Motorsport würde man von zwei Zeitläufen reden, deren Ergebnisse addiert das Gesamtresultat auswerfen. Für Marie Scheppan bedeutet dieser Modus, dass sie in beiden Läufen nicht auf Platz läuft, sondern versuchen muss, eine tolle Zeit zu erreichen. „Trotzdem kann man nicht gleich wie verrückt losrennen, nur um auf der Zielgerade dann vielleicht einzubrechen. Es geht ja wirklich nur um die Zeit. Und das gleich zwei Mal, allerdings an zwei verschiedenen Tagen“, schaut sie auf den Wettbewerb im fernen Südamerika voraus. Allein der fast
14-stündige Flug von Frankfurt am Main über den großen Teich war für die frühere Fußballerin schon eine spannende Sache. Vergleichbar weite Reisen fanden ja in ihrem noch jungen Leben nicht statt.

„Ich habe gehört, dass bei den Jugendspielen alles genau so organisiert ist, wie bei Olympischen Spielen der Großen. Die olympische Flamme wird vom Ursprungsort Olympias aus Griechenland herbei gebracht. Auch wohnen die rund 3000 Athleten, die bei 185 Wettbewerben an den Start gehen, gemeinsam im Olympischen Dorf. Also ich bin sehr gespannt, was die Tage da drüben so parat halten. Im Mittelpunkt stehen für mich allerdings die beiden 400-Meter-Läufe, bei denen ich so gut wie es eben geht abschneiden will. Ja, und vielleicht kann ich ja daheim beim LC Cottbus wieder für großen Jubel sorgen. Schön wäre es ja für beide Seiten“, so die Cottbuser Hoffnung.

Maries erstes Rennen findet am Donnerstag statt. Drei Tage später darf sie bei einem weiteren Rennen an den Start gehen.

FOTO: Foto: Kai Peters / Peters Kai
„Ich packe meinen Koffer und nehme mit ...“ – Marie hat anlässlich der Olympischen Jugendspiele einiges an Equipment, zur Verfügung gestellt bekommen.
„Ich packe meinen Koffer und nehme mit ...“ – Marie hat anlässlich der Olympischen Jugendspiele einiges an Equipment, zur Verfügung gestellt bekommen. FOTO: Frank Hammerschmidt