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| 18:45 Uhr

Leichtathletik
Kubisch meistert Hitzeschlacht

Sonne und 30 Grad – das war „richtig hart“ für Robert Kubisch.
Sonne und 30 Grad – das war „richtig hart“ für Robert Kubisch. FOTO: Manfred Grüneberg
Hoyerswerda/Cottbus. Der Cottbuser wird in Hoyerswerda deutscher Vizemeister im Sechs-Stunden-Lauf. Von Mirjam Danke

Sechs Stunden laufen, bei um die 30 Grad in praller Sonne – auch wenn Kopf und Körper zwischenzeitlich einfach nicht mehr wollten, hat sich Robert Kubisch durchgebissen und ist am Samstag in Hoyerswerda sensationell deutscher Vizemeister im Sechs-Stunden-Lauf geworden.

Daran war in der vierten und fünften Stunde allerdings nicht zu denken. „Da hatte ich einen richtigen Durchhänger und war kurz davor, aufzugeben“, blickt Robert Kubisch zurück. Nachdem die ersten drei Stunden auf dem 925 Meter langen Rundkurs am Hoyerswerdaer Lausitzbad „wie im Fluge vergangen“ waren, forderte am frühen Nachmittag plötzlich die Hitze ihren Tribut. „Es gab keinen Schatten auf der Strecke“, erzählt Kubisch. „Mein Kreislauf hat da ganz schön verrückt gespielt, ich hatte ziemliche Probleme.“

Immer wieder tankte der 27-Jährige an den Wasserstationen auf – ob als Getränk oder gespritzt aus dem Schlauch. „Es war von den Temperaturen her richtig hart für Kopf und Körper – aber irgendwie hab ich es überstanden.“ Kubisch biss sich durch, vom Streckenrand aus angefeuert und motiviert von seiner Freundin, seiner Mutter und von Trainer Dietmar Bittermann. „Und in der letzten Stunde ging es dann plötzlich wieder“, erzählt Robert Kubisch.

Als die sechs Stunden schließlich um 17 Uhr vorbei waren, hatte der Cottbuser Berufsfeuerwehrmann 73,524 Kilometer zurückgelegt. Mehr schafften an diesem Tag nur Männer-Sieger Gerrit Wegener aus Berlin (76,527), der auch schon mal den Spreewald-Marathon gewonnen hatte, und Nele Alder-Baerens. So viele Kilometer wie die Athletin vom Ultra Sport Club Marburg, nämlich 78,927, bewältigte in Hoyerswerda kein anderer.

Robert Kubisch durfte nach der Tortur als Zweitplatzierter bei den Herren stolz das Siegertreppchen besteigen. Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den deutschen Meisterschaften über 50 Kilometer hat der Cottbuser nun auch den Vize-Titel im Sechs-Stunden-Lauf perfekt gemacht – und das bei dieser Hitzeschlacht. „Direkt nach dem Wettkampf habe ich gedacht: Das mache ich nie wieder!“, erzählt Kubisch. „Aber eine Stunde danach sah das schon wieder ganz anders aus“, fügt er lachend hinzu. „Da habe ich schon überlegt, wie ich mein Training noch optimieren kann und was ich ernährungstechnisch anders machen könnte.“

Trainer Bittermann, der einen „dramatischen“ Wettkampf vorhergesagt hatte, ist tief beeindruckt von seinem Schützling. „Angesichts der nicht sehr günstigen äußeren Bedingungen war das einfach große Klasse“, sagt er.

Kubisch selbst verspürt wenige Tage nach den Strapazen von Hoyerswerda noch ordentlich Muskelkater. Der hindert den laufverrückten Lausitzer, dessen großes Ziel die 100 Kilometer sind, aber nicht daran, schon am Wettkampfplan für den Herbst zu feilen. „Ich muss zugeben, dass ich jetzt schon wieder Lust habe zu trainieren“, meint er grinsend. „Aber ich gönne meinem Körper noch Ruhe.“