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| 10:47 Uhr

Turnen
Jursch: Zwei Patzer und ein Goldschimmer

FOTO: Eibner Pressefoto / Eibner-Pressefoto
Stuttgart. Der Cottbuser Christopher Jursch hat bei der ersten WM-Qualifikation in Stuttgart Rang acht belegt. Zwei Patzer verhinderten ein besseres Ergebnis – doch es gibt einen goldenen Hoffnungsschimmer. Von Jan Lehmann

Die WM in Doha ist für Christopher Jursch noch ein Stückchen weiter weggerückt. Bundestrainer Andreas Hirsch wird nur fünf Turner für seine Riege für die Welttitelkämpfe in Katar nominieren. Als Achter nach dem ersten Qualifikationswettkampf in Stuttgart wird es für den Cottbuser da richtig schwer, noch ins Team zu rutschen. Der Cottbuser berichtet: „Meine Übungen sind noch zu leicht, um konkurrenzfähig zu sein. Deshalb werden wir sicher noch versuchen, sie aufzustocken.“

Der Unterhachinger Lukas Dauser war am Samstag das Maß aller Dinge. Der Vize-Europameister von 2017 ließ bei seinem ersten Mehrkampf nach 16-monatiger Verletzungspause keine Zweifel an seiner Tauglichkeit für die WM Ende Oktober zu. „Es war eine lange Zeit, das war nicht immer einfach. Aber die gute Trainingsleistung der vergangenen Wochen hat mir Sicherheit gegeben“, sagte er. Mit 81,200 Punkten hatte Dauser den Rest des Teilnehmerfeldes im Griff und konnte sich sogar noch einen Absteiger am Reck leisten.

Bei Jursch hingegen waren zwei Patzer mindestens einer zuviel. Der 25-Jährige verturnte die Abgänge am Pferd und an den Ringen und ließ dort einfach zu viele Punkte liegen. Karsten Oelsch, stützpunktleitender Trainer in Cottbus, bedauerte: „Schade, da war mehr drin.“

Jursch hat für die beiden Fehler unterschiedliche Erklärungen: „Ringe kann ich nicht wirklich viel und gut trainieren.“ Seine operierte Schulter behindert den Cottbuser immer noch. Jursch berichtet: „ Ich musste kurzfristig noch meine Übung verändern. Das hat sich dann auch auf Sauberkeit und Stabilität ausgewirkt hat.“

Am Pferd hingegen unterlief ihm ein ärgerlicher Fehler: „Ich habe mich von einem lauten Geräusch, das durch die Lautsprecher dröhnte, ablenken lassen und war dann vom Kopf her woanders und nicht in der Übung.“ Der Cottbuser selbstkritisch: „Solch ein Fehler darf und sollte mir nicht mehr passieren.“

Doch zumindest reist Jursch auch mit einem goldenen Hoffnungsschimmer zurück in die Lausitz. Schließlich präsentierte er in Stuttgart die beste Reckübung aller Teilnehmer, war beispielsweise auch besser als Andreas Bretschneider, den vierfache Recksieger vom Cottbuser Weltcup-Turnier der Meister.

Und so kann sich Jursch ernsthaft Hoffnungen auf eine Medaille bei den anstehenden Deutschen Meisterschaften in Leipzig (29./30. September) machen. Dort wird Teil zwei der WM-Qualifikation geturnt – gleichzeitig werden die Einzelmedaillen an den Geräten vergeben. Wenn es schon für Doha nicht reichen sollte, so könnte Jursch zumindest etwas Edelmetall aus der Messestadt mitbringen. „Das muss das Ziel sein“, so Trainer Karsten Oelsch. Doch Jursch ist vorsichtig: „Reck gibt mir schon etwas Hoffnung, aber ich denke, mit der leichten Übung wird es vielleicht nicht reichen. Daher werden wir uns bestimmt noch Gedanken machen, die Übung zu verbessern.“ Dafür bleiben jetzt noch zwei Wochen Zeit.

(mit dpa)