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| 02:42 Uhr

Cottbuser Diener räumt vier EM-Medaillen ab

Rückenspezialist Christian Diener hat in Dänemark erfolgreiche wie auch kräftezehrende Titelkämpfe erlebt. Gern hätte er auch noch eine fünfte Plakette geholt.
Rückenspezialist Christian Diener hat in Dänemark erfolgreiche wie auch kräftezehrende Titelkämpfe erlebt. Gern hätte er auch noch eine fünfte Plakette geholt. FOTO: dpa
Herning. Zehn Medaillen nehmen die deutschen Schwimmer von der Kurzbahn-EM in Dänemark mit. Allein vier davon hat der Cottbuser Christian Diener beigesteuert. Hans-Peter Sick und Marc Zeilhofer

Trotz seiner sehr beachtlichen vier Medaillen bei dieser EM im dänischen Herning schlich der Cottbuser Christian Diener am Sonntagabend enttäuscht in die Katakomben der Halle. Kurz zuvor schlug er über die 100 Meter Rücken als Fünfter an und verpasste seine fünfte Medaille bei diesen Titelkämpfen. Zuvor hatte Diener jeweils zwei Bronze- und Silbermedaillen über 50 und 200 Meter Rücken sowie mit den Staffeln geholt.

Als Vierter beider Halbfinals ging der ehrgeizige Rückenspezialist vom PSV Cottbus am Sonntag in sein letztes Finale. "Ich bin ziemlich kaputt und ich weiß nicht, ob da noch etwas geht", hatte der 20-Jährige schon am Samstag gemutmaßt.

Trotz der verpassten fünften Medaille war es zweifellos ein famoser EM-Auftritt des dreifachen deutschen Kurzbahn-Meisters aus der Lausitz.

"Insgesamt war es ein gutes Ergebnis hier, und wir haben einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht", resümierte Chefbundestrainer Henning Lambertz am Sonntag. Anders als in den Vorjahren ist die Kurzbahn-Saison nur Durchgangsstation für den Deutschen Schwimm-Verband auf dem Weg zur Langbahn-EM 2014 in Berlin. Dem Überraschungs-Gold für Lagenschwimmer Philip Heintz gleich zum Auftakt folgten insgesamt fünf Silber- und vier Bronzemedaillen.

Deibler verpasst Gold

Weltrekordler Steffen Deibler verlor Gold auf seiner Spezialstrecke, weil der Anschlag schlecht war. In 22,41 Sekunden lag der Hamburger fünf Hundertstel hinter dem Ukrainer Andrej Goworow. "Das Finish war nicht das Beste, aber ich bin zufrieden" sagte Deibler, der über die doppelte Distanz Dritter geworden war. Wegen eines Infekts hatte er vor der EM anderthalb Wochen nicht trainieren können.

Für Marco Koch reichte es trotz seines zweiten deutschen Rekords erneut nicht zum Sieg - Europameister Daniel Gyurta (Ungarn) musste schon ganz knapp an seinen Weltrekord heranschwimmen, um Koch und den Briten Michael Jamieson in Schach zu halten. "Ich bin nicht so gut ins Rennen gekommen. Dass ich meinen deutschen Rekord um mehr als eine Sekunde verbessere, hätte ich nie gedacht", sagte der 23-Jährige aus Darmstadt. Koch war über die halbe Distanz ebenfalls knapp geschlagen Zweiter geworden.

Zufrieden sein durfte über 200 Meter Rücken neben Diener, der dort Bronze holte, auch Jenny Mensing. Sie hielt beim Sieg von Titelverteidigerin Darina Sewina (Ukraine) auf Platz vier gut mit. Die 15-jährige Berlinerin Sonnele Öztürk, Tochter des ehemaligen ALBA-Basketballers Teoman Öztürk, wurde ebenso Fünfte wie Dorothea Brandt über die 50 Meter Freistil. Die Lagenstaffel-Staffel der Frauen wurde über 4 x 50 Meter Sechste.

Franziska Hentke rangierte über 400 Meter Lagen beim vierten EM-Titel der Spanierin Mireia Belmonte auf Platz acht. Belmonte verfehlte ihren Weltrekord nur knapp. Eine halbe Stunde später schlug Hentke im Finale über 100 Meter Schmetterling als Neunte an, Daniela Schreiber wurde beim Sieg von Sarah Sjöström (Schweden) Zehnte. Nach seinem Überraschungssieg über 200 Meter Lagen wurde der Mannheimer Philip Heintz über die halbe Distanz Neunter: "Jetzt kann ich anfangen, auch den Titel zu genießen. Dafür war bislang keine Zeit."

Das dürfte auch auf Christian Diener zutreffen, der sich trotz seines Ärgers am Abschlusstag über seine Ausbeute freuen darf.

Christian Diener durfte sich bei der EM gleich viermal auf dem Podest feiern lassen.
Christian Diener durfte sich bei der EM gleich viermal auf dem Podest feiern lassen. FOTO: dpa