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| 02:41 Uhr

Cottbus holt Silber und Bronze

Glücklich über Bronze. Die Cottbuserin Frances Herrmann holt sich bei den Paralympics in Rio im Speerwerfen die erhoffte Medaille.
Glücklich über Bronze. Die Cottbuserin Frances Herrmann holt sich bei den Paralympics in Rio im Speerwerfen die erhoffte Medaille. FOTO: dpa
Cottbus. Erfolgreicher Auftritt bei den Paralympics in Rio. Mit Martina Willing (Silber) und Frances Herrmann (Bronze) holen zwei Cottbuser Leichtathletinnen vom Brandenburgischen Rehabilitationssportverein die erhofften Medaillen. Sven Hering

Ein wenig haderte Frances Herrmann mit ihrer Weite. 18,16 Meter reichten der gebürtigen Cottbuserin zwar für Rang drei. Die neue Paralympics-Siegerin Lijuan Zou aus China warf mit 21,86 Metern einen Weltrekord. Doch das Ziel, persönliche Bestleistung zu werfen, verfehlte die 27-Jährige. Von ihrem Trainer Ralf Paulo gab es trotzdem viel Lob. "Wir wussten im Vorfeld, dass die Chinesin unter normalen Umständen nicht zu schlagen sein wird", betonte er. "Ich bin sehr zufrieden, da es uns wieder gelungen ist, in Bestform zum Wettkampfhöhepunkt anzutreten", so Paulo. Etwas Pech hatte Frances Herrmann mit dem Wetter. Im Stadion wurden nur knapp über 20 Grad gemessen. Zehn Grad mehr hätten es für die Cottbuserin gern sein dürfen. Sie mag höhere Temperaturen. Ralf Paulo: "Es hat sich aber wieder einmal gezeigt, dass zu den Paralympics ein deutlicher Leistungsschub notwendig ist, um im Feld der Weltelite mitzumischen." So hätte die Bestleistung seines Schützlings aus dem vergangenen Jahr (16,82 Meter), die damals noch zu Bronze bei der WM gereicht hat, in Rio nur Platz fünf ergeben - mit weitem Abstand zu den Medaillenrängen.

"Wir sind froh, dass es uns durch die Unterstützung vom Land, der Stadt, dem Olympiastützpunkt, Landessportbund und nicht zuletzt dem Verein BPRSV möglich war, uns optimal auf Rio vorzubereiten", so Ralf Paulo. Frances Herrmann bedankte sich bei ihren Kollegen in der Cottbuser Stadtverwaltung. "Sie haben mir sehr oft den Rücken freigehalten", betonte sie.

Als Zuverlässigkeit in Person erwies sich wieder einmal Martina Willing. In der Speerwurf-Konkurrenz belegte die 56-Jährige gebürtige Pasewalkerin, die seit einiger Zeit in Cottbus trainiert, mit 22,22 Metern Rang zwei hinter der in Trier lebenden Lettin Diana Dadzite (23,26) und holte mit Silber ihre insgesamt 14. Paralympics-Medaille seit 1992. Sportlerin und Trainer zeigten sich zufrieden. Die Lettin sei nicht zu schlagen gewesen. Ein kleiner Wermutstropfen mischte sich aber in die Freude über die Medaille. Denn bei der Lettin sei die Klassifizierung nicht klar und eindeutig geklärt. "Das ist aber etwas, was im Parasport immer wieder für Diskussionen sorgt", so Ralf Paulo. Als amtierende Weltmeisterin habe sie natürlich auf Gold spekuliert, so Martina Willing. "Doch Silber und damit die 14. Medaille sind toll." Beide Medaillengewinnerinnen werden in Rio noch einmal an den Start gehen: Frances Herrmann im Kugelstoßen (Mittwoch/22.30 Uhr) und Martina Willing im Diskuswerfen (Donnerstag/15 Uhr).