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| 01:40 Uhr

Chinesin Yao Jinnan gelingen drei Siege beim Turnier der Meister

Cottbus. Platz sieben am Seitpferd, Rang acht am Reck – Philipp Boy hat beim 35. Turnier der Meister die Medaillenplätze deutlich verfehlt. Für den einzigen deutschen Sieg beim Challenger-Turnier sorgte die Wahl-Kölnerin Oksana Chusovitina. Überragende Turnerin war mit drei Siegen die Chinesin Yao Jinnan. Von Thomas Juschus

Karsten Oelsch aus Cottbus bleibt der letzte deutsche Sieger beim Turnier der Meister am Reck. 1998 gewann der heutige Trainer das “Königsgerät„. Sein Schützling Philipp Boy, WM-Vierter und Top-Favorit, stürzte wie im vergangenen Jahr im Finale. Diesmal wurde dem 23-Jährigen ein Kolman-Salto zum Verhängnis. Mit 13,600 Punkten blieb beim Sieg von Alexander Zarewitsch (Weißrussland/15,350) nur der letzte Platz im Finale. “Davon geht die Welt nicht unter. Es ist natürlich ärgerlich, dass dieser Fehler vor heimischem Publikum passiert ist„, sagte ein gefasster Philipp Boy. “Die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Tests sind dafür da, dass sie auch mal daneben gehen.„

Mit seiner neuen, aufgestockten Übung am Seitpferd belegte Boy bereits am Samstag Platz sieben. Wenige Sekunden vor dem Ende musste er das Gerät nach einem Stützfehler beim Russenwendeschwung vorzeitig verlassen. “Es ist schade, dass es nicht gereicht hat, aber ich wollte die neue Übung unbedingt erneut probieren„, sagte Boy. Überlegener Sieger wurde der chinesische Ex-Weltmeister Hongtao Zhang.

Für den einzigen deutschen Turnier-Sieg sorgte beim Sprung Oksana Chusovitina - 15 (!) Jahre nach ihrem ersten Erfolg von Cottbus, damals am Boden. “Ich weiß auch nicht, wie ich das mache„, kommentierte die Wahl-Kölnerin ihren erneuten Erfolg. Die 35-jährige “Turn-Oma„ zeigte einen Überschlag-Strecksalto mit ganzer Drehung und einen Tsukahara mit eineinhalb Drehungen.

Überhaupt hinterließen die Frauen aus dem Turn-Team Deutschland ein gutes Bild. Am Stufenbarren belegten Elisabeth Seitz (Mannheim) und Kim Bui (Tübingen) die Plätze zwei und drei. Am Boden wurde Seitz außerdem Zweite. Einen ganz starken Eindruck hinterließ die erst 15-jährige Nadine Jarosch. Bei ihrem internationalen Einstand im Elitebereich holte die Detmolderin Bronze am Sprung. “Es war cool, auf dem Podest zu stehen. Wir haben erst vor zwei Wochen entschieden, dass ich springen werde, und da ich noch keinen zweiten Sprung hatte, habe ich den schnell trainiert„, sagte Jarosch, die am Boden noch den fünften Platz erreichte. Überragende Turnerin war die Chinesin Yao Jinnan. Der “Turnfloh„ aus dem Reich der Mitte siegte an Stufenbarren, Boden und Schwebebalken.