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| 01:03 Uhr

Bundestrainer Brand lobt seine Verlierer

Hannover.. Anerkennung für die Mannschaft, Persilschein für Henning Fritz und Hoffnung für die nähere Zukunft: Heiner Brand hat sich auch von drei Niederlagen und dem letzten Platz beim Handball- Supercup nicht entmutigen lassen. dpa

Während Schweden durch einen überzeugenden 29:22- Finalerfolg gegen Frankreich zum zweiten Mal die "Mini-WM" gewann, brach der Bundestrainer am Sonntag in Hannover angesichts von Personalnot und Zeitmangel eine Lanze für seine Auswahl. "Ich muss der Mannschaft ein großes Lob zollen", sagte der Gummersbacher, "wir können nur zufrieden sein. Alles andere ist Spielerei." Die Resultate von jeweils 34:36 gegen Olympiasieger Kroatien und den Olympia-Dritten Russland sowie 27:28 im Spiel um Platz fünf gegen Weltmeister Spanien allein waren auch für Brand enttäuschend. Die Leistungen aber stimmten ihn zuversichtlich. "Wir haben gegen die Spitzenmannschaften immer mitgehalten bis zwei Minuten vor Schluss. Wir hätten alle drei Spiele auch gewinnen können", sagte der Weltmeister von 1978.
Die Titelverteidigung bei der Europameisterschaft in drei Monaten in der Schweiz hat Brand ad acta gelegt. Zu wenig Zeit bleibt ihm, um bis dahin alle Defizite zu beseitigen. Dabei macht ihm vornehmlich zu schaffen, dass auf Grund des fortgesetzten Verletzungspechs der nach den Olympischen Spielen eingeleitete Neuaufbau zum Dauerumbruch mutiert ist. Immerhin musste Brand beim Supercup gleich neun Akteure ersetzen. "Ich hoffe, dass das mal aufhört und ich vor die Qual der Wahl gestellt werde", seufzte der Bundestrainer, "wir haben seit den Olympischen Spielen nicht einmal annähernd mit der gleichen Mannschaft gespielt. Blindes Verständnis kann man da nicht erwarten."
Dem wenig eingespielten Europameister fehlt es an Stabilität. Neben den ständigigen Begleitern, Experimentieren und Improvisieren, gibt es für Brand seit dem Gewinn von Olympia-Silber nur Weniges, auf das er sich verlassen kann. So will er auf keinen Fall auf Torhüter Henning Fritz verzichten, obwohl der Welthandballer des Jahres 2004 vom deutschen Meister THW Kiel noch seine Form des Vorjahres sucht. "Henning Fritz wird bei der EM spielen, wenn er nicht gerade todkrank ist oder ein Bein in Gips hat", sagte Brand und beendete damit alle Spekulationen, dass er in der Schweiz auf seinen Vorzeigekeeper wegen Formschwäche verzichten könnte. (dpa/noc)