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Bronze und halbes Gold für die Lausitz

Stephanie Gaumnitz (l.) jubelte in Bergen mit ihrer Teamkollegin Lisa Klein vom Cervelo-Bigla-Team. Für den ehemaligen Cottbuser Sportschüler Lennard Kämna ist es der erste WM-Titel im Herren-Bereich.
Stephanie Gaumnitz (l.) jubelte in Bergen mit ihrer Teamkollegin Lisa Klein vom Cervelo-Bigla-Team. Für den ehemaligen Cottbuser Sportschüler Lennard Kämna ist es der erste WM-Titel im Herren-Bereich. FOTO: imago
Bergen. Noch ein wenig schüchtern jubelte Lennard Kämna an der Seite der großen Stars Tom Dumoulin und Michael Matthews. So richtig fassen konnte es der 21-Jährige nicht, dass er mit dem Sunweb-Team die Goldmedaille zum Auftakt der Straßenrad-WM in Bergen/Norwegen gewann. Stefan Tabelingund Jan Lehmann

Und die Radsport-Lausitz darf mitjubeln, schließlich ist das mindestens eine halbe Goldene für die Region. Lennard Kämna ist ein ehemaliger Schüler der Lausitzer Sportschule und Mitglied der Trainingsgruppe von Rainer Gatzke vom Radsportclub (RSC) Cottbus. Noch immer dreht er in der Lausitz Trainingsrunden.

Bei den Frauen hat das deutsche Team Cervelo-Bigla Bronze mit der Cottbuserin Stephanie Gaumnitz (ehemals Pohl) Bronze gewonnen. Das Team hatte einen Rückstand von 28,03 Sekunden auf die siegreiche Sunweb-Mannschaft.

Stephanie Gaumnitz berichtete: "Ich war lange krank und konnte seit Juli keine Wettkämpfe fahren. Deshalb bin ich sehr glücklich, dass ich mit dem Team an den Start gehen durfte. Ich wollte diese Saison mit einer Medaille beenden. Am Ende war es Bronze und wir kommen dem Titel jedes Jahr näher. Das macht einem Mut." Das deutsche Team Canyon SRAM mit der Dissenerin Trixi Worrack musste sich mit Rang vier (+1:04,79 Minuten) begnügen.

Nicht Superstar Chris Froome mit seiner Übermannschaft Sky, und erst recht nicht Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin bestimmten am Sonntag im Mannschaftszeitfahren die Schlagzeilen, stattdessen setzte die deutsche Equipe ihre Erfolgsgeschichte fort.

Die vom niederländischen Giro-Sieger Tom Dumoulin angeführte Sunweb-Formation siegte über 42,5 Kilometer mit einem Vorsprung von 8,29 Sekunden auf die amerikanische BMC-Mannschaft. Den dritten Platz belegte 22,35 Sekunden zurück Sky. Der gebürtige Cottbuser Martin fuhr indes mit Katusha nur auf den neunten Platz, eineinhalb Minuten betrug der Rückstand auf Sunweb.

"Das ist verrückt. Wir sind geflogen. Die Mannschaft war so homogen, alles hat funktioniert", schwärmte Taktgeber Dumoulin, der auch zu den Favoriten beim Einzelzeitfahren am Mittwoch zählt. "Dass wir schneller als Sky sind, war schon der Wahnsinn und dann kam auch nicht BMC heran", ergänzte Dumoulin.

Spannend hat es Sunweb gemacht, erst auf den letzten Kilometern holte das Team die entscheidenden Sekunden gegenüber BMC heraus. Auch deswegen, weil alle sechs Fahrer zusammenblieben. Auch der Zeitfahrspezialist Kämna hatte seinen Anteil. Für ihn ist es bereits der zweite WM-Titel. 2014 hatte er in Ponferrada Gold bei den Junioren gewonnen. Für Sunweb ist es die Krönung einer herausragenden Saison: Beim Giro holte Dumoulin den Gesamtsieg, bei der Tour gewannen Matthews und Warren Barguil vier Etappen und das Sprint- bzw. Bergtrikot. Und jüngst bei der Vuelta fuhr Wilco Kelderman auf den vierten Rang.

Für Martin gab es dagegen mit Katusha nichts zu holen, dafür war das Team nicht stark genug.

Zum Thema:
Am Montag stehen bei der WM das Einzelzeitfahren der Juniorinnen (10.35 Uhr) und der U23-Männer (13.05 Uhr) an. Lausitzer Starter sind erst am Dienstag wieder im Einsatz. Beim Einzelzeitfahren der Junioren (11.35 Uhr) ist Juri Hollmann vom RSC Cottbus dabei. Das Einzelzeitfahren der Frauen (15.55 Uhr) nimmt Trixi Worrack (Endspurt Cottbus) in Angriff. Für den WM-Höhepunkt, das Straßenrennen der Herren am Sonntag steht das deutsche Team plötzlich ohne Kapitän da. John Degenkolb hat den Start wegen fehlender Fitness abgesagt. Nun soll der Ex-Cottbuser Nikias Arndt das Team anführen.