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| 13:22 Uhr

Trampolin-Bundesliga
Bronze macht Cottbuser nicht glücklich

 Die Cottbuser, zweite Mannschaft von rechts, mussten Sieger TV Weingarten (M.) und den Air Eagles Allgäu (l.) den Vortritt auf dem Podest lassen. Platz vier belegte die TV Brackwede (r.).
Die Cottbuser, zweite Mannschaft von rechts, mussten Sieger TV Weingarten (M.) und den Air Eagles Allgäu (l.) den Vortritt auf dem Podest lassen. Platz vier belegte die TV Brackwede (r.). FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die Trampolin-Turner des SCC haben im Bundesliga-Finale Gold fest im Visier, sind dann aber nicht nervenstark genug. Der Trainer übt Selbstkritik. Von Mirjam Danke

Die Bronzemedaille baumelte nur kurz um seinen Hals, dann drückte er sie geknickt seiner Mutter in die Hand. Keine Frage: Diese Plakette fühlte sich so kurz nach dem Wettkampf nicht gut an für Felix Hartmann. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagte der Cottbuser Trampolin-Turner, nachdem er und die Riege des SCC beim Bundesliga-Finale mit dem dritten Platz hatten vorlieb nehmen müssen. Dabei lagen die Lausitzer zwischenzeitlich klar auf Gold-Kurs.

Ein Blick zurück: Die Cottbuser traten am Samstagnachmittag in der heimischen Lausitz-Arena im finalen Wettkampf der besten vier Trampolin-Teams um den Titel in der Deutschen Vereinsmeisterschaft an. Gegner waren der TV Weingarten, der SV Brackwede und die Air Eagles Allgäu. Der Vorkampf, bestehend aus Pflicht- und Kür-Übungen auf dem viermal zwei Meter großen Trampolin-Sprungtuch, lief hervorragend für die SCC-Turner. Dominik Brandt, Lars Garmann, Felix Hartmann, Isabell Baumann, Max Budde, Caio Lauxtermann und Zita Frydrychovah führten das Klassement recht deutlich an. Doch damit war noch nichts gewonnen. Denn im Endkampf der besten drei Mannschaften (Brackwede schied aus) wurden die Punkte wieder auf Null gestellt.

 Routinier Felix Hartmann ärgerte sich über seinen Patzer.
Routinier Felix Hartmann ärgerte sich über seinen Patzer. FOTO: Steffen Beyer

Und plötzlich zeigten die Lausitzer Nerven. Ausgerechnet Routinier Felix Hartmann, als zweiter der sechs Cottbuser Final-Turner ins Rennen gegangen, kam nicht sauber durch, landete stattdessen nach drei von zehn Übungsteilen außerhalb des Sprungtuchs auf der Sicherheitsmatte. „Ein unnötiger technischer Fehler, dabei war ich im Vorkampf noch so gut drauf“, haderte der 20-Jährige.

Doch eigentlich alles kein Problem, da zwei der sechs finalen Punktewertungen am Ende gestrichen werden durften. Doch auch für den vierten Cottbuser Starter, Max Budde, lief es unglücklich. Er setzte direkt den ersten Sprung daneben.

 Die Cottbuserin Isabell Baumann durfte sich im Finale wenigstens über die Tageshöchstnote freuen. Sie zeigte stabile Übungen.
Die Cottbuserin Isabell Baumann durfte sich im Finale wenigstens über die Tageshöchstnote freuen. Sie zeigte stabile Übungen. FOTO: Steffen Beyer

Jetzt durfte sich der SCC keinen Patzer mehr erlauben. Noch war alles drin. Caio Lauxtermann kam dann auch gut durch. Nun lag der Druck bei der letzten Cottbuser Starterin, Zita Frydrychova. Doch ausgerechnet die routinierte Tschechin, die sich der SCC extra fürs Finale dazugeholt hatte, patzte ebenfalls. Aus der Traum von Gold (TV Weingarten) und Silber (Air Eagles Allgäu).

Mit Bronze war dann auch Trainer Uwe Marquardt nicht glücklich. „Wir haben Nerven gezeigt und uns selber geschlagen“, sagte er. Dabei übte der Coach auch Selbstkritik. Er hatte seinen starken Turner Felix Hartmann an Position zwei gesetzt. Er sollte hoch punkten und die Gegner gleich unter Druck setzen. Doch nach dessen Abbruch war diese Taktik über den Haufen geworfen. Den Druck hatten stattdessen fortan die Cottbuser – und hielten ihm nicht stand. „Das ist Sport“, meinte Marquardt. „Ich bin trotzdem sehr stolz auf die Mannschaft.“

 SCC-Trainer Uwe Marquardt, hier mit Max Budde, ärgerte sich: „Wir haben uns selber geschlagen.“
SCC-Trainer Uwe Marquardt, hier mit Max Budde, ärgerte sich: „Wir haben uns selber geschlagen.“ FOTO: Steffen Beyer

Tatsächlich war es erst die zweite Saison in der Trampolin-Bundesliga für seine Schützlinge. Im vergangenen Jahr holten sie auf Anhieb Silber. Und nach einer weiteren tollen Saison sollte es nun folgerichtig Gold werden. Diese Plakette hätte Felix Hartmann, für den dieser Wettkampf der Abschied vom Trampolin-Sport war, ganz sicher nicht so schnell vom Hals genommen.

Am 15. und 16. Juni ist in der Cottbuser Lausitz-Arena erneut spektakulärer Trampolin-Sport zu sehen. Bei den GymCity Open werden internationale Turner erwartet. Für die Lausitzer Starter geht es bei diesem Turnier um viel, sie wollen sich für die Weltmeisterschaften qualifizieren.