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| 21:50 Uhr

Radsport
Bronze! Levy holt sich Lohn nach der Leidenszeit

Bis zur letzten Kurve lag Maximilian Levy (weißes Trikot) im Finale sogar auf Goldkurs. Am Ende wurden es Bronze und die zehnte WM-Medaille für ihn.
Bis zur letzten Kurve lag Maximilian Levy (weißes Trikot) im Finale sogar auf Goldkurs. Am Ende wurden es Bronze und die zehnte WM-Medaille für ihn. FOTO: ROTH/AUGENKLICK / Augenklick
Apeldoorn. Der Cottbuser Bahnradsprinter Maximilian Levy hat am Donnerstagabend bei der WM in Apeldoorn die Bronzemedaille geholt. Fährt er jetzt bis Tokio 2020 weiter?

Von Thomas Juschus
und Jan Lehmann

Nach dem Gewinn der Europameisterschaft im Oktober hat sich Maximilian Levy auch auf Weltniveau zurückgemeldet. Nach drei Jahren ohne WM-Medaille gewann der 30-Jährige im Omnisport von Apeldoorn am Donnerstag Bronze im Keirin. Für den Bahnrad-Routinier war es die zehnte WM-Medaille seiner Karriere. Levy musste sich nur Fabian Puerta Zapata aus Kolumbien und Tomoyuki Kawabata aus Japan geschlagen geben.

„Max hat sich eindrucksvoll nach vielen Rückschlägen zurückgemeldet“, sagte Bundestrainer Detlef Uibel. Bis zum Ausgang der letzten Kurve lag der Keirin-Weltmeister von 2009 sogar auf Goldkurs. „Die Zielgerade wurde länger und länger. Trotzdem freue ich mich über den Lohn für die Arbeit der letzten Monate“, sagte Levy.

Für Levy sind der EM-Titel bei der zurückliegenden Heim-Europameisterschaft im Berlin Velodrom und nun diese WM-Medaille zudem auch der Lohn für ein bemerkenswertes Comeback nach einer langen Leidenszeit. Der Vater von zwei Töchtern hatte nach schweren Sturzverletzungen und vielen körperlichen Problemen ernsthaft über sein Karriereende nachgedacht. Nun scheinen aber plötzlich die Olympischen Spiele 2020 in Tokio überhaupt nicht mehr weit.

Levy hat seine vierte Olympia-Teilnahme als Abschluss seiner so erfolgreichen Laufbahn sicher schon im Blick. Aber man merkt dem Sprint-Routinier an, dass er sich nicht mehr so unter Druck setzt, seine Wettkämpfe inzwischen anders angeht und auch mehr genießen kann. Auch nach dem Bronze-Rennen in Apeldoorn dürfte es eine zünftige Feier geben. Bereits an diesem Freitag geht es für Levy aber erst noch weiter – dann startet er im Sprint. Zum WM-Auftakt am Mittwoch war er mit dem deutschen Teamsprint-Trio auf Rang fünf gefahren.

In der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung der Männer verpassten Felix Groß (Leipzig), Nils Schomber (Neuss), Theo Reinhardt (Berlin) und Kersten Thiele (Erfurt) die erste Medaille seit 2002, belegten aber einen starken vierten Platz und steigerten den deutschen Rekord auf 3:56,594 Minuten. Weltmeister wurde ein verjüngter Vierer aus Großbritannien in 3:53,389 Minuten.

„Es gab in der Vorbereitung viele Unstimmigkeiten. Wir haben uns hier super zusammengerauft und ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Wir haben noch viel mehr Potenzial“, sagte Reinhardt. WM-Debütant Groß freute sich auch über den vierten Platz. „Wir haben gar nicht nach der Medaille geguckt, sondern nur auf den Rekord und dafür etwas ausprobiert – das hat geklappt“, sagte der 19-Jährige.

Der deutsche Frauen-Vierer mit Lisa Brennauer (Durach), Charlotte Becker (Berlin), Gudrun Stock (München) und Franziska Brauße (Öschelbronn) belegte den fünften Platz. In 4:24,369 Minuten stellte das Quartett einen neuen deutschen Rekord auf.

Im Sprint der Frauen liegen Titelverteidigerin Kristina Vogel aus Erfurt und die EM-Vierte Pauline Grabosch aus Magdeburg - beide zusammen am ersten Tag Goldmedaillen-Gewinnerinnen im Teamsprint – auf Medaillenkurs. Nach der Dritt- und Zweitschnellsten Zeit in der Qualifikation erreichten beide ungeschlagen das Halbfinale und fahren hier am Freitag gegeneinander.