| 02:38 Uhr

Britischer Boxer Blackwell weiterhin im künstlichen Koma

Nick Blackwell (l.) musste schwere Treffer einstecken.
Nick Blackwell (l.) musste schwere Treffer einstecken. FOTO: imago
London. Der britische Berufsboxer Nick Blackwell liegt nach seiner Niederlage vom Samstag weiterhin im künstlichen Koma in einem Londoner Krankenhaus. Der 25 Jahre alte Blackwell hatte im Kampf um die britische Mittelgewichts-Meisterschaft gegen Chris Eubank junior in der Wembley Arena schwere Treffer einstecken müssen, der Ringrichter brach den Kampf in der zehnten Runde ab. dpa/sh

Blackwell erlitt eine Hirnblutung und wurde in ein künstliches Koma versetzt. "Wir müssen warten, bis die Schwellung seines Gehirns zurückgeht - man kann nicht sagen, wie lange das dauern wird", sagte Robert Smith vom Britischen Box-Verband.

Das Schicksal des Siegers weckte böse Erinnerungen, nicht nur beim Trainer des Siegers. Chris Eubank senior hatte 1991 in einem Weltmeisterschaftskampf seinen Landsmann Michael Watson so schwer getroffen, dass Watson danach fast sechs Wochen lang im künstlichen Koma lag und sechsmal am Kopf operiert werden musste. "Es war wie eine Art Déjà-vu. Ich habe eine Menge durchgemacht und bin glücklich, dass dies zu einer Änderung bei der medizinischen Versorgung für Boxer geführt hat", sagte der 51-jährige Watson. Chris Eubank junior brauche sich jedoch keinen Vorwurf zu machen. Es handele sich um einen Unfall.

Trainer Chris Eubank senior hatte seinen Sohn nach eigenen Worten nach der achten Runde angewiesen, nur noch auf den Körper zu schlagen, nicht mehr gegen den Kopf. "Wenn der Ringrichter den Kampf nicht abbricht, dann weiß ich nicht, was ich sagen soll", erklärte der einstige Weltmeister.