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Brisante Doping-Studie ist für DLV-Chef "Skandal"

Frankfurt/Main. Für die Verschleppung der brisanten Doping-Studie aus dem Jahr 2011 durch die Welt-Anti-Doping-Agentur und den Leichtathletik-Weltverband hat Clemens Prokop kein Verständnis. "Das ist mehr als ärgerlich, man könnte es auch einen Skandal nennen", sagte der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. dpa/jam

Bei einer Befragung bei der WM im südkoreanischen Daegu und den regionalen Spielen in Doha hatten mindestens 30 beziehungsweise 40 Prozent der damaligen Starter zugegeben, Dopingmittel genommen zu haben. Bei den zeitgleich vorgenommenen klassischen Doping-Kontrollen war nur ein Bruchteil positiv: 0,5 Prozent der Tests bei der WM und 3,6 Prozent bei den Pan-Arabischen-Spielen. "Mit der Unterlassung der Veröffentlichung ist verhindert worden, dass man viel früher wichtige Maßnahmen im Anti-Doping-Kampf hätte ergreifen können", kritisierte Prokop.

Ob aktuell das Doping-Problem mit dem des Jahres 2011 noch zu vergleichen ist, ist für ihn fraglich. "Ich weiß nicht, ob die Dunkelziffer noch so hoch ist, ausschließen kann ich es nicht", sagte Prokop.