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| 09:44 Uhr

Motorsport
Bringt die DTM 2019 Japan mit auf den Lausitzring?

Die japanische Super GT könnte künftig gemeinsame Sache mit der DTM machen. Vielleicht schon 2019 auf dem Lausitzring?
Die japanische Super GT könnte künftig gemeinsame Sache mit der DTM machen. Vielleicht schon 2019 auf dem Lausitzring? FOTO: Super GT
Klettwitz. Kehrt die DTM auch 2019 an den Lausitzring zurück? Nach dem ziemlich aufregenden zurückliegenden Rennwochenende des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) stehen dahinter gleich mehrere Fragezeichen. Kommt die Rettung aus Asien?

Kehrt die DTM auch 2019 an den Lausitzring zurück? Nach dem ziemlich aufregenden zurückliegenden Rennwochenende des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) stehen dahinter gleich mehrere Fragezeichen.

FOTO: dpa / Lisa Ducret

Fest steht: Aktuell gibt es keinen gültigen Vertrag zwischen dem DTM-Promoter ITR und der Dekra, die als neuer Besitzer den Lausitzring gerade zu Europas größtem Testzentrum für automatisiertes Fahren umbaut. Der Motorsport spielt bei der großen Prüfgesellschaft nur eine Nebenrolle, wenngleich sich der langjährige Werbepartner der DTM inzwischen dazu bekannt hat, auch künftig einige Wochenenden im Jahr für derartige Veranstaltungen freihalten zu wollen. Das Problem: Die Dekra will nicht als Veranstalter auftreten – die ITR muss sich also auf der Strecke einmieten und das Rennwochenende mit all seinen Anforderungen in Eigenregie über die Bühne bringen.

FOTO: dpa / Lisa Ducret

Doch aktuell ist der Rennkalender 2019 nicht das wichtigste Thema in der DTM. Weil Hersteller Mercedes zum Saisonende aussteigt, sucht DTM-Chef Gerhard Berger händeringend einen Nachfolger. Er will verhindern, dass 2019 nur noch Audi und BMW alleine im Kreis herumfahren. Der ehemalige Formel-1-Fahrer befürchtet, dass die DTM so an Relevanz und somit auch an Zuschauern verlieren könnte. Berger berichtete zuletzt: „Die Gespräche verlaufen alle ganz gut, aber das ist kein Selbstläufer, sondern Knochenarbeit. Aber das bin ich gewohnt. Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen“, sagte er.

FOTO: dpa / Lisa Ducret

Allerdings befährt die Traditionsserie gerade schwieriges Terrain. Nach dem Ausstieg der ARD als TV-Partner waren die ohnehin schon Jahr für Jahr gesunkenen Einschaltquoten bei Sat.1 noch einmal deutlich zurückgegangen. Einige Branchenkenner fürchten gar, dass die DTM schon ganz bald nicht mehr lange lukrativ sein wird und das zurückliegende Rennen am Lausitzring somit auch die Abschiedsveranstaltung in Klettwitz war.

FOTO: dpa / Lisa Ducret

Doch so schlecht sieht es gar nicht aus. Immer wieder werden mögliche Hersteller genannt, die als Mercedes-Nachfolger einspringen könnten. Zuletzt wurde Volvo dafür gehandelt. Volkswagen ist ebenfalls in der Verlosung, dazu Hyundai und Nissan. Möglicherweise kommt die Rettung ohnehin aus Asien. Die DTM verhandelt mit der japanischen Rennserie Super GT, ob man künftig nicht gemeinsame Sache machen könne. Der Plan: Man will die Regularien vereinheitlichen, damit ein Hersteller nur ein Auto entwickeln muss und dabei an zwei Rennserien mitfahren kann. In der Saison 2019 stellt die DTM deshalb auf Vierzylinder-Motoren um. Berger plant mit den in der Super GT engagierten Herstellern Lexus von Toyota und Nismo von Nissan zwei gemeinsame Rennen außerhalb der jeweiligen Serie: je eines in Asien und Europa. Laut „Sächsische Zeitung“ ist dafür eventuell der Lausitz im Gespräch.

FOTO: dpa / Juergen Tap

Doch noch ist nichts fix. Vorrang hat offenbar immer noch die Suche nach einem weiteren Hersteller, auch wenn die Zeit knapp wird. DTM-Sprecher Guido Stalmann sagt deshalb: „Wir müssen erst unsere Hausaufgaben machen. Dann können wir mit der Dekra über einen Lausitzring-Rennen 2019 sprechen.“ Er betont, dass dies wegen der engen Zusammenarbeit seit vielen Jahren wohl auf kurzem Dienstwege geklärt werden könne. Stalmann sieht auch kein Hindernis darin, dass die Dekra nicht selbst als Veranstalter auftreten will – im Gegenteil: Der DTM-Sprecher erklärte, dass die ITR beim zurückliegenden Lausitzring-Rennen viel gelernt habe, und das Rennen in Eigenregie durchaus ein zukunftsfähiges Konzept sein könnte. Nicht zuletzt, weil so die Einnahmen nicht geteilt werden müssten. Stalmann betont: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Lausitzring, er ist Ostdeutschlands modernste Rennstrecke. Wir würden gern wiederkommen.“

FOTO: dpa / Lisa Ducret

Auch von der Dekra gibt es grünes Licht, wenn auch nur mit schwacher Wattzahl. Dekra-Sprecher Wolfgang Sigloch teilte auf RUNDSCHAU-Nachfrage aus Stuttgart mit, dass die Dekra nichts über laufende Verhandlungen mit möglichen Veranstaltern sagen wolle. Allerdings erklärte er noch einmal, dass die Prüfgesellschaft kein Problem darin sieht, an den Rennwochenenden Tausende Zuschauer auf jene Strecke zu lassen, auf der ansonsten Tests absolviert werden, für die von den Herstellern strenge Geheimhaltung gefordert wird. Sigloch erklärte: „Wir stellen durch entsprechende Maßnahmen und zeitliche Planung sicher, dass sich der Testbetrieb unter der Woche und Veranstaltungen am Wochenende miteinander vertragen.“

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