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| 19:07 Uhr

2. Fussball-Bundesliga
Brieske jubelt über Dynamos Derby-Helden

 Der Lausitzer Justin Löwe (r.), der für Dynamo vier Minuten nach seiner Einwechslung traf, wird nach nach dem 3:1-Sieg von Moussa Koné geherzt.
Der Lausitzer Justin Löwe (r.), der für Dynamo vier Minuten nach seiner Einwechslung traf, wird nach nach dem 3:1-Sieg von Moussa Koné geherzt. FOTO: dpa / Robert Michael
Dresden/Senftenberg. Justin Löwe bringt Dresden gegen Aue auf die Siegerstraße. Der 2:1-Torschütze stammt aus dem Senftenberger Nachwuchs. Von Marco Kloss

Justin Löwe war der gefeierte Held im Zweitliga-Derby zwischen Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden. Sein Tor zum 2:1 in der 81. Minute war wegweisend für den ersten Dynamo-Sieg im Jahr 2019. Mit 3:1 nach 0:1-Rückstand gewannen die Sachsen in Aue. Und bei Löwes Treffer wurde auch beim FSV Brieske Senftenberg ordentlich gejubelt. Denn hier spielte Justin Löwe, schon damals nur Leo genannt, von 2005 bis 2010 im Nachwuchs, bevor er als Elfjähriger zu Dynamo Dresden ging.

Bei Brieskes F-Junioren trainierte Löwe damals unter Franz Vogel und Frank Schreiber, denen Detlef Müller und Heiner Lißowski folgten. Letzterer, heute Nachwuchsleiter, war beim Montagsspiel der 2. Liga sogar live im Auer Stadion dabei und hat angesichts des tollen Erlebnisses dort noch immer strahlende Augen: „Als ,unser‘ Leo an der Seitenlinie stand und das Feld betrat, hatte ich Gänsehaut, denn wann erlebt man es schon einmal als ehrenamtlicher Trainer, dass ein Junge seiner Mannschaft in einem Profispiel aufläuft“, erzählt Lißowski von der Einwechslung Löwes 13 Minuten vor Schluss und betont: „Genau dafür machen wir das: Mit Leidenschaft fördern und fordern wir unsere Nachwuchskicker, um ihnen die Chance zu geben, an den Sportschulen für höhere Aufgaben zu reifen.“

In Senftenberg sei Justin Löwe schon frühzeitig immer zum älteren Jahrgang hochgezogen worden, da man sein Potenzial und seine Fähigkeiten früh erkannt hatte. Als „Kleiner“ habe er sich dabei stets gegen die Großen durchsetzen müssen, was ihn ganz offensichtlich formte und förderte.

Seit Juli 2017 gehört Löwe zum Kader der ersten Mannschaft von Dynamo, und alle Briesker freuten sich riesig über den ersten Einsatz ihres Schützlings in der 2. Liga im November 2018 im Heimspiel gegen Sandhausen. Und nun erst recht über seinen furiosen Auftritt beim zweiten Einsatz.

Auch FSV-Präsident Herbert Tänzer ist sichtlich stolz: „Dieser Jubel, das Interview nach dem Spiel – unser gesamter Verein freut sich mit Justin über diesen Moment, der uns weiterhin motiviert in die Ausbildung des Nachwuchses gehen lässt.“ Schon Moritz Broschinski (FC Energie Cottbus), Sebastian Schuppan (Würzburger Kickers) oder Alexander Bittroff (KFC Uerdingen) sind einst durch die Knappenschmiede gegangen.

Löwe selbst, geboren in Lauchhammer, konnte seine Emotionen am Montagabend kaum in Worte fassen. „Unbeschreiblich, was da für Emotionen, auch bei mir im Spiel waren. Einfach Wahnsinn, dass das Spiel so zu Ende geht, einfach schön“, fasste der 1,68 Meter große Mittelfeldspieler seine Gefühle zusammen. Schon am Donnerstag geht es für seine Dynamos weiter. Dann treten sie zur Nachholpartie bei Greuther Fürth an. Ob der Lausitzer Löwe dann zu seinem dritten Saison-Einsatz kommt, ist nach seinem ersten Profi-Tor zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden. Ohnehin muss sich der 20-Jährige für einen neuen Vertrag empfehlen. Sein Kontrakt läuft zum Saisonende aus.