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Braunschweig ist wichtiger als Real Madrid

Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes (l.) will die Königsklasse mit einem positiven Eindruck verlassen.
Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes (l.) will die Königsklasse mit einem positiven Eindruck verlassen. FOTO: dpa
Madrid. Die "Mission Impossible" wird zur "Frage der Ehre": Diese beiden berühmten Filmtitel scheinen wie geschaffen zur Beschreibung der Situation, in der sich der FC Schalke 04 vor dem Achtelfinal-Rückspiel bei Real Madrid befindet. Nach der 1:6-Demontage daheim besteht für den Revierclub keine realistische Chance mehr, in die nächste Runde einzuziehen. dpa/jal

Aber eine ähnlich marode Vorstellung wie vor drei Wochen will sich der Bundesligist auf der internationalen Fußball-Bühne schon aus Gründen des Renommees nicht erlauben. "Manager Horst Heldt warnte: "Es ist auch eine Prestigesache, dass wir uns hier gut präsentieren."

Gibt es vielleicht doch noch ein kleines Fünkchen Hoffnung auf ein Wunder im Estadio Santiago Bernabeu? "Nein, ich denke nicht", sagte Stürmerstar Klaas-Jan Huntelaar. Ohne Träumerei schätzte auch Jens Keller die Chancen als minimal ein. "Wir fangen doch nicht an zu spinnen. Aber wir wollen das Spiel schon seriös angehen", sagte der Trainer vor dem Duell mit Spaniens Rekordmeister am Dienstag (20.45 Uhr/Sky).

Alle haben geschworen, sich mit Anstand aus der Königsklasse zu verabschieden, in der man bis auf das Debakel gegen Cristiano Ronaldo und Co. konkurrenzfähig gewesen war. Huntelaar betonte: "Wir haben in den vergangenen Jahren in der Champions League immer gut mithalten können. In Madrid wollen wir zeigen, dass wir besser spielen können als in der ersten Partie."

Für ein Gute-Laune-Treffen frei von jeglichem Druck spricht die gute Form der Kontrahenten. Die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti ist seit 30 Pflichtspielen (25 Siege) ungeschlagen und festigte am Wochenende mit dem 1:0 beim Bernd-Schuster-Club FC Malaga seine Tabellenführung in der Primera Division. Weil am Wochenende der Clásico gegen den FC Barcelona ansteht, gilt die Partie gegen Schalke eher als lästige Pflichtübung.

Nicht zuletzt deshalb wird Ancelotti nur eine ersatzgeschwächte B-Elf aufbieten und einige Stammspieler schonen. "Mehrere Profis sind erschöpft und müssen sich erholen", sagte der Italiener am Montag. "Es wird in der Aufstellung eine Reihe von Änderungen geben." Madrid ist total auf Barça fokussiert, für den Bundesliga-Dritten hat das Heimspiel am Samstag gegen Eintracht Braunschweig Priorität. Daher will Keller Vorsicht walten lassen. "Meine größte Sorge ist, dass sich noch ein Spieler verletzt", verriet Keller.

Als erste Kandidaten für eine Pause nannte der Coach Huntelaar, dem die Wade zwickt, und Kevin-Prince Boateng. "Bei den Beiden denke ich am ehesten darüber nach, etwas zu ändern." Laut Horst Heldt habe man die "Verpflichtung und Verantwortung", sich in Madrid gut zu präsentieren. Doch auch der Manager möchte nicht, "dass sich noch ein Spieler verletzt und gegen Braunschweig ausfällt". Man müsse personell "einen guten Mix finden", so Heldt.