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BMW kämpft gegen den Lausitzring-Fluch

DTM-Titelverteidiger Marco Wittmann betont: "In der Vergangenheit ist es für mich am Lausitzring eigentlich meistens gut gelaufen, obwohl uns die Strecke eigentlich nie so gut gelegen hat."
DTM-Titelverteidiger Marco Wittmann betont: "In der Vergangenheit ist es für mich am Lausitzring eigentlich meistens gut gelaufen, obwohl uns die Strecke eigentlich nie so gut gelegen hat." FOTO: DTM
Klettwitz. Die Rennstrecke in Klettwitz und die BMW-Piloten, das ist im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) bisher keine Erfolgsgeschichte. Dennoch gibt es auch unter den Fahrern der Münchner Marke einige Lausitzring-Liebhaber. Am Wochenende wollen sie angreifen. Jan Lehmann

So klingt Vorfreude: "Der Lausitzring ist für mich natürlich etwas Besonderes. Ich fahre dort sehr gerne. Die Zuschauer sind sehr motorsportbegeistert. Ich bin top-motiviert", sprüht der Kanadier Bruno Spengler gegenüber dem Internetportal "Motorsport-total.com" vor Begeisterung. Kein Wunder. Der BMW-Pilot hatte dort einige Podestplätze und zwei Siege eingefahren, darunter den ersten Triumph nach der Rückkehr von BMW im Jahr 2012 in die DTM.

Das Problem an der Sache: Der Kanadier ist bisher auch der einzige BMW-Pilot, der überhaupt ein DTM-Rennen in Klettwitz gewinnen konnte. Nicht umsonst wird unterm riesigen Windrad in Klettwitz gern mal über den "Lausitz-Fluch" für BMW gemunkelt.

Über lange Jahre galt der Ring als "Mercedes-Land"", die Sterne sind mit zwölf Siegen in 20 DTM-Rennen noch immer die Nummer eins. Doch Audi hat nicht zuletzt durch den Doppelerfolg von Jamie Green vor zwei Jahren mächtig aufgeholt. Damals war das eine Art Betriebssportfest der Marke mit den vier Ringen. Dabei standen am Samstag vier Audi-Fahrer auf den ersten Rängen, am Sonntag sogar fünf. Im Vorjahr teilten sich Audi (Miguel Molina) und Mercedes (Lucas Auer) die Siege.

Geht das so weiter? Die BMW-Piloten kommen zumindest nicht mit Rückenwind in die Lausitz. Zwar standen beim Saisonauftakt in Hockenheim mit Timo Glock (Zweiter am Samstag) und Marco Wittmann (Dritter am Sonntag) zwei BMW-Fahrer jeweils auf dem Podest. Doch Mercedes und Audi gaben mit den Siegen von Lucas Auer und Jamie Green den Ton an. BMW-Pilot Augusto Farfus erklärte frustriert: "Es kann nur besser werden. In der Lausitz bietet sich nun die Chance, quasi noch einmal neu in die Saison zu starten."

Dafür wird getüftelt. BMW-Teamchef Bart Mampaey konstatiert: "Wir haben im Verlauf des Hockenheim-Wochenendes eine Menge gelernt - und dieses Wissen wollen wir nun auf dem Lausitzring in gute Ergebnisse verwandeln." Die Zeit ist knapp, am morgigen Donnerstag kommen die Fahrer an den Ring, am Freitag gibt es das erste freie Training.

Doch Motorsport-Haudegen wie den ehemaligen Formel-1-Piloten Timo Glock bringt das nicht aus der Ruhe. Er betont stattdessen: "Ich habe eigentlich recht positive Erinnerungen an den Lausitzring, obwohl BMW dort nicht immer optimal zurechtgekommen ist. Ich freue mich auf eine volle Tribüne und ein volles Fahrerlager." Was hilft immer noch am besten gegen einen Fluch? Ganz klar: Optimismus!