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Bitterer Tag fürs deutsche Eishockey-Team

Deutschlands Denis Reul (l.) versucht, den Russen Jewgeni Dadonow zu stoppen.
Deutschlands Denis Reul (l.) versucht, den Russen Jewgeni Dadonow zu stoppen. FOTO: dpa
Köln. Gegen Russland gab es im dritten WM-Spiel mit 3:6 die zweite Niederlage. NHL-Stürmer Tobias Rieder schied verletzt aus. Kristina Puck und Carsten Lappe

Klare Niederlage gegen Russland und verletzungsbedingter Ausfall von NHL-Torjäger Tobias Rieder: Deutschlands Eishockey-Team hat bei der Heim-WM die zweite bittere Pleite im dritten Spiel erlitten. Gegen den Rekordweltmeister unterlag das Team von Bundestrainer Marco Sturm am Montag mit 3:6 (0:3, 0:2, 3:1) - trotz des ersten WM-Einsatzes von Kapitän Christian Ehrhoff.

Nach einem zwischenzeitlichen 0:5 bewies der Gastgeber im Schlussdrittel Moral und verkürzte durch Brooks Macek (46. Minute), Philip Gogulla (49.) und Frederik Tiffels (60.). Schmerzlicher als die 37. Niederlage im 38. WM-Spiel gegen den Turnierfavoriten ist aber der Ausfall von zwei Stürmern. Neben Rieder musste Patrick Hager bereits im ersten Drittel mit einer Matchstrafe vom Eis.

Im ungleich wichtigeren Spiel gegen den direkten Konkurrenten Slowakei im Kampf um das Viertelfinale am Mittwoch (20.15 Uhr/Sport 1) ist der bislang zweifache WM-Torschütze auf jeden Fall gesperrt. In der resultierenden Unterzahl nach Hagers unnötiger Attacke von hinten in die Beine von Sergej Mosjakin kassierte das DEB-Team die bereits vorentscheidenden Gegentreffer zum 0:2 und 0:3. Für den 27-maligen Weltmeister trafen vor 18 734 Zuschauern in der erneut ausverkaufte Arena in Köln Wadim Schipatschjow (2./18.), Sergej Plotnikow (19.), Nikita Gussew (32.) und Nikita Kutscherow (36./52.).

"Das letzte Drittel war das, was wir 60 Minuten gebraucht hätten. Am Anfang haben wir uns schwergetan mit der russischen Überzahl, da haben sie zweimal getroffen, das war ein harter Schlag für uns", sagte Verteidiger Frank Hördler, der ehemalige Weißwasseraner, im Sender Sport1. "Wir wollten mehr vorn im Russland-Drittel spielen, das haben wir nicht geschafft."

Gegen Ex-Weltmeister Slowakei und die nachfolgenden vermeintlich leichteren Vorrundengegner Dänemark (12. Mai), Italien (13. Mai) und Lettland (16. Mai) wird der Druck für die DEB-Auswahl nun größer. Auf dem angestrebten erneuten Weg ins Viertelfinale muss das Sturm-Team trotz der Ausfälle wieder punkten. Zum WM-Auftakt am Freitag hatte Deutschland noch mit einem 2:1 gegen die USA überrascht, dann aber am Samstag mit 2:7 gegen Schweden verloren.

"Die Jungs sind bereit. Wir werden wieder versuchen, einen Großen zu ärgern", hatte Bundestrainer Sturm noch vor dem Spiel am Montag gesagt, wurde aber bereits nach 64 Sekunden bitter enttäuscht. Beim ersten Gegentor durch St. Petersburgs Schipatschjow passte die Zuordnung in der Abwehr überhaupt nicht. NHL-Keeper Thomas Greiss von den New York Islanders, gegen die USA noch überragend, patzte zudem beim 0:2 erneut durch Schipatschjow in Unterzahl nach Hagers Foul. Bei allen anderen Toren war Greiss machtlos.

"Das reicht so nicht", kritisierte Kapitän Ehrhoff in der ersten Drittelpause bei Sport1. Der 34 Jahre alte Verteidiger stand erstmals bei der WM auf dem Eis, nachdem er die ersten beiden Spiele verletzt verpasst hatte.

Doch auch mit diesmal sieben Verteidigern patzte die deutsche Abwehr allerdings wie schon gegen Schweden entscheidend. Ein Kaderplatz in der Verteidigung ist immer noch frei.