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| 02:35 Uhr

Beste Bedingungen für Willing & Co.

Martina Willing (l.) und ihre Trainerin testen bei der Eröffnung die neuen Geräte.
Martina Willing (l.) und ihre Trainerin testen bei der Eröffnung die neuen Geräte. FOTO: Helbig/mih1
Cottbus. 1,8 Millionen Euro hat es gekostet, seit drei Monaten ist es nun fertig – das erste paralympische Zentrum in Brandenburg. Die Einrichtung am Cottbuser Olympiastützpunkt wird von den Parasportlern gut angenommen. Michèle-Cathrin Zeidler

Eine angegliederte Physiotherapie, ein barrierefreier Kraftraum mit modernen Geräten, eine Massage-Dusche und eine Sauna - das sind ein paar Vorzüge im neuen paralympischen Zentrum in Cottbus. "Die Trainingsbedingungen für den paralympischen Bereich haben sich massiv verbessert und gleichsam gibt es qualitative Verbesserungen im Bereich der Physiotherapie", sagt Mirko Wohlfahrt, der Chef des Cottbuser Olympiastützpunktes. Dementsprechend gut werden die Angebote von den Sportlern auch angenommen. "Es war eine wichtige und richtige Entscheidung, hier zu investieren."

Stützpunkt-Trainer Ralf Paulo ist ebenfalls zufrieden mit den neuen Möglichkeiten. "Endlich haben wir mehr Platz und ich kann auch einmal alleine und in Ruhe mit einem Sportler trainieren", so Ralf Paulo.

Er geht aber davon aus, dass die Geräte bis zum Jahresende zur Verfügung stehen. "Natürlich hätten wir uns noch mehr Platz gewünscht", gesteht der Trainer. Alleine die Fahrräder der Athleten würden schon viel Stauraum wegnehmen. "Aber wir waren an die Bauhülle gebunden und haben das Beste rausgeholt."

Auch Speerwerferin Martina Willing ist begeistert von der neuen Anlage. Und sie muss es wissen, schließlich trainiert sie täglich bis zu sieben Stunden in Cottbus. "Das Zentrum ist wirklich schön geworden", sagt die 56-Jährige, die von den Paralympics in Rio mit einer Silbermedaille zurück in die Lausitz kam. Besonders die angegliederte Physiotherapie sei ihr persönliches Highlight.

Allerdings übt sie auch Kritik. "Leider ist der Whirlpool für mich nur mit Hilfe erreichbar", erzählt die Cottbuserin. "Ich bin schon gespannt, wer mich da denn reinschubsen wird."

Obwohl der Behindertenbeirat über die gesamte Planung involviert war, weiß auch Trainer Ralf Paulo: "An einigen Stellen mussten wir bauliche Kompromisse eingehen, aber die meisten Dinge können mit allen Handicaps gut genutzt werden." Er persönlich kenne keine bessere Einrichtung in Deutschland.

Große Erwartungen

Mit den Investitionen kommen natürlich auch die Erwartungen. "Egal, wie gut die Anlage ist, wir müssen immer noch trainieren wie blöde", weiß Martina Willing. Die Sportlerin hat bereits stattliche 14 Paralympics-Medaillen zuhause. Ihre Pläne für 2017 stehen bereits fest. "Minimalziel ist eine Medaille bei der paralympischen WM in London, die Farbe ist erst einmal egal", sagt die Speerwerferin.

Außerdem hat sie die Paralympics 2020 in Tokio fest im Blick.

Zum Thema:
Etwa 20 regionale Unternehmen haben sich an dem Umbau des ehemaligen Sportstudios an der Lausitz-Arena beteiligt. Der Bund steuerte dafür 844 200 Euro bei. Land und Stadt übernahmen jeweils 502 314 Euro. Zudem wurde im Zuge der Eröffnung eine Kooperationsvereinbarung zwischen Olympiastützpunkt, Behindertensportverband und dem Berufsbildungswerk Sachsen unterzeichnet. Neben dem Training können die Sportler damit einen Ausbildungsberuf erlernen.