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| 01:34 Uhr

Bayern und van Gaal unter Druck

Der Druck wird immer größer – und nicht einmal ein Sieg garantiert Louis van Gaal eine richtige Befreiung. Beim millionenträchtigen Alles-oder-Nichts-Spiel in der Champions League gegen Maccabi Haifa ist der deutsche Rekordmeister Bayern München am heutigen Mittwoch (20.45 Uhr/Sat.1 und Sky) zum Siegen verdammt und außerdem auf fremde Hilfe angewiesen. Von Christian Kunz

"Wir sind abhängig und das ist nicht gut. Wir müssen gewinnen und Juventus darf nicht in Bordeaux siegen. Wir können es noch schaffen, das wissen die Spieler und ich - und ich hoffe, dass auch Bordeaux das weiß", bat ein sehr konzentrierter und betont sachlich auftretender Münchner Coach um Schützenhilfe aus Frankreich. Freuen durfte sich van Gaal vor dem Spiel zumindest über ein Bekenntnis aus der Chefetage. "Wir haben ihm unsere volle Unterstützung zugesagt für die nächsten Wochen. Wir haben gesagt, dass wir in aller Ruhe gemeinsam versuchen werden, diese Probleme zu lösen", betonte Bayern-Manager Uli Hoeneß. Sein eigener Amtsantritt als Vereinspräsident am Freitag bei der Jahreshautpversammlung dürfte um einiges harmonischer vonstattengehen, wenn die Münchner nach einem klaren Sieg noch Chancen auf ein Weiterkommen haben. "Man kann es sich nicht immer aussuchen im Leben", meinte der aktuelle Präsident Franz Beckenbauer im Bayerischen Fernsehen über die derzeit turbulente Woche der Münchner. Nach 2002 stehen die Bayern zum zweiten Mal vor dem Vorrunden-Aus, statt Leckerbissen in der Königsklasse drohen "Strafexpeditionen" in der Europa League. Bei einem Sieg von Juventus sind die Bayern in jedem Fall raus, bei einer Niederlage der Italiener bei den bereits qualifizierten Franzosen würden sie auch bei einem Remis im Rennen bleiben. Doch nach vier sieglosen Pflichtspielen will der Rekordmeister und sein in der Kritik stehender Coach unbedingt einen Dreier, um nicht schon vorzeitig rund 20 Millionen Euro weitere Einnahmen aus der Champions League abschreiben zu können. "Wenn eine Spitzenmannschaft keine Leistung bringt, dann wird die Kritik persönlicher und stärker", räumte van Gaal ein. "Die einzige Methode ist, den Fokus auf das Spiel und auf meine Spieler zu richten, das mache ich." Widerwillig musste er aber auch noch einmal den Fokus auf Kritik aus den eigenen Reihen richten. Luca Toni, der am Mittwochabend ebenso weiter wie der schmerzlich vermisste Franck Ribéry und wohl auch Arjen Robben fehlen wird, meldete sich in Italien zu Wort. "Unser Verhältnis ist so gut wie am Ende", sagte der 32-Jährige, der "gern nach Italien zurückkehren" würde. "Wir können dieses Verhalten nicht verstehen und das haben wir schon deutlich gemacht", merkte van Gaal grundsätzlich an und forderte unmissverständlich: "Der Spieler ist das Wichtigste. Dann muss er sein Verhalten ändern und dann warten wir ab."