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| 01:10 Uhr

Bayern siegt auch ohne Ballack

München.. Auch ohne Michael Ballack hat Bayern München sein erstes Etappenziel in der Champions League souverän erreicht, aber als Muster für die sich abzeichnende Zukunft ohne den derzeit besten deutschen Fußballer taugte der Jubiläumssieg gegen Rapid Wien nicht.

"4:0 - das sagt alles", bemerkte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger nach dem 50. Erfolg der Bayern in der europäischen Königsklasse zum Klassenunterschied zwischen dem deutschen und dem österreichischen Meister.
Trainer Felix Magath und Kapitän Oliver Kahn erteilten nach dem vorzeitigen Achtelfinal-Einzug allen Diskussionen eine Absage, ob der FC Bayern auch ohne Ballack zum Titelgewinn fähig ist. Immerhin haben die Münchner unter Magath von 17 Pflichtspielen ohne Ballack 16 gewonnen und keines verloren. "Wir können Michael zeitweise ersetzen, aber wenn es drauf ankommt, brauchen wir ihn unbedingt", sagte Kahn. "Er wird gebraucht, wenn es in der Champions League in die K.o.-Spiele geht, aber auch in der Bundesliga", erklärte Magath.
Der Wirbel um den vorschnell schon als perfekt vermeldeten Wechsel Ballacks zu Real Madrid nach der WM 2006 lässt die Teamkollegen zumindest auf dem Platz kalt. Vor allem die Mittelfeldspieler nutzten die Ballack-Abwesenheit im Prestigeduell gegen Rapid zur Eigenwerbung: Sebastian Deisler zauberte auf der rechten Seite als verkappter Spielmacher und traf im dritten Spiel in der Champions League-nacheinander (21.).
Geradezu hilflos sahen derweil Werder Bremens Bundesliga-Profis den Geniestreichen von Ronaldinho zu - und sind nun auf die Hilfe des besten Fußballers der Welt angewiesen. Nur wenn der brasilianische Ballkünstler mit dem FC Barcelona am letzten Spieltag in Udine gewinnt, kann Werder mit einem Sieg gegen Panathinaikos Athen das Achtelfinale erreichen. Nach seiner Gala bei der Bremer 1:3-Niederlage im Stadion Nou Camp hat Ronaldinho zumindest versprochen, seinen Teil beizutragen: "Wir wollen und werden in Udine gewinnen."
Trotz der enttäuschenden Lage und der schweren Gesichtsverletzung von Stürmer Miroslav Klose, der nach einem Jochbeinbruch für einige Wochen ausfällt, hatten die Werder-Verantwortlichen die Muße und die Größe, wie einfache Fans von den Darbietungen des Brasilianers zu schwärmen. "Dass er aus so einer starken Mannschaft wie Barcelona noch so herausragt, ist eigentlich unglaublich", sagte der sonst so nüchterne Trainer Thomas Schaaf. Und Manager Klaus Allofs meinte: "Ronaldinho ist ein Spektakel für sich." Nicht nur bei seinem Freistoß-Tor (26.) sowie den Vorlagen für die Treffer von Gabri (14. Minute) und Hendrik Larsson (71.) zeigte er seine Extraklasse. "Das war toll", lobte auch Tim Borowski, der den zwischenzeitlichen Ausgleich (22./Foulelfmeter) erzielt hatte. (dpa/noc)