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Bayern-Orkan fegt Porto vom Platz

Münchner Freudentaumel: Robert Lewandowski, Xabi Alonso und Rafinha (v.l.) feiern das 3:0 in der 27. Minute.
Münchner Freudentaumel: Robert Lewandowski, Xabi Alonso und Rafinha (v.l.) feiern das 3:0 in der 27. Minute. FOTO: dpa
München. Das war eine Aufholjagd im Stile eines Champions. Der FC Bayern deklassiert den chancenlosen FC Porto und steht zum vierten Mal in Serie im Halbfinale der Fußball-Königsklasse. Die Demütigung aus dem Hinspiel ist innerhalb einer Halbzeit vergessen. Christian Kunz und Klaus Bergmann

Mit Fußball in Perfektion ist der FC Bayern in den Kreis der Champions-League-Titelanwärter zurückgestürmt. Wie ein Orkan sind die Münchner bei ihrer überragenden Aufholjagd im Viertelfinal-Rückspiel eine Woche nach dem 1:3 über den FC Porto hinweggefegt und haben mit dem 6:1 (5:0) wieder Kurs auf das Endspiel am 6. Juni in Berlin genommen. Nur in der Schlussphase schlichen sich ein paar Sorglosigkeiten ins Bayern-Spiel ein. Nun muss der deutsche Rekordmeister für seinen Titeltraum das Halbfinale in der ersten Mai-Hälfte bestehen, das am Freitag ausgelost wird.

Thiago Alcántara (14. Minute), Jérôme Boateng (22.), Robert Lewandowski (27./40.) und Thomas Müller (36.) sorgten am Dienstagabend vor 70 000 Zuschauern schon für Beifallsstürme zur Pause. Müller ist nach seinem 27. Königsklassentor nun vor Mario Gomez alleiniger deutscher Rekordschütze. Porto konnte durch Jackson Martinez (73.) nur noch verkürzen, als die Bayern schon im Abspul-Modus waren. In der 87. Minute sah Portos Ivan Marcano die Gelb-Rote Karte. Kurz darauf sorgte Xabi Alonso per Freistoß für den Endstand (88.).

Zum vierten Mal in Serie stehen die Münchner im Halbfinale der Königsklasse. In der Festung Allianz Arena wurde die beeindruckende Europacup-Saisonquote auf fünf Siege und 18:1 Tore ausgebaut.

"Niemals aufgeben" gaben die Fans in ihrer Choreographie das Motto des Abends vor. Die Bayern setzten es mit kontrollierter Leidenschaft auf dem Rasen schnell um. Kein taktisch blindes Anrennen wie vor einem Jahr gegen Real Madrid, aber vor allem keine dilettantischen Patzer wie in der Vorwoche in Porto. Kaum zu glauben, dass Guardiola seine Startformation im Vergleich zum Hinspiel-Desaster nur auf einer Position verändert hatte - und Holger Badstuber (für Dante) hatte in der Defensive recht wenig zu tun. In der 10. Minute gab Lewandowski noch einen Warnschuss an den Pfosten ab. Kurz darauf köpfte der herausragende Thiago nach Flanke von Juan Bernat in spanischer Co-Produktion zur Führung ein - sein zweites Königsklassentor innerhalb einer Woche.

Der Fußball mit Hirn sollte weiter gehen. Und es kam auch viel Herz dazu. Das Spiel über die Flügel wurde angesichts der Abwesenheit der gesperrten Porto-Außenverteidiger Danilo und Alex Sandro deutlich intensiviert - Philipp Lahm und Mario Götze wurden dort gesucht. Nach nur 22 Minuten war erreicht, wofür zuvor 90 Minuten veranschlagt waren. Boateng köpfte eine Ecke zum 2:0 ein. Über Porto brach nun ein bayerischer Fußball-Orkan herein. Den wohl schönsten Angriff der Saison vollendete Lewandowski nach Volley-Vorarbeit von Lahm und Müller ebenfalls per Kopfball zum 3:0. Und weiter ging's im munteren Wettballern. Müllers Fernschuss hoppelte abgefälscht zum 4:0 ins Tor - die Tor-Rekordlisten mussten aktualisiert werden. Lewandowski legte noch einen Treffer nach Vorarbeit von Müller nach.

Nach der fußballerisch wohl besten ersten Halbzeit der Münchner Champions-League-Historie gab's Standing Ovatio ns der Fans.

Zum Thema:
Der FC Barcelona steht mit Torhüter Marc-André ter Stegen im Halbfinale der Champions League. Sechs Tage nach dem 3:1 im Hinspiel setzte sich der spanische Fußballclub am Dienstagabend auch im heimischen Camp Nou mit 2:0 (2:0) gegen Paris Saint Germain durch. Doppeltorschütze Neymar machte schon vor der Pause mit seinen Treffern in der 14. und 34. Minute für die Mannschaft von Trainer Luis Enrique alles klar. Am Mittwoch spielen Real Madrid - Atlético Madrid (Hinspiel 0:0) und AS Monaco - Juventus Turin (Hinspiel 0:1).