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| 01:09 Uhr

Bayern nutzen Gunst der Stunde nicht ganz

Im Schatten des Schiedsrichter-Wettskandals hat der FC Bayern München die Gunst der Stunde nur bedingt genutzt. Einen Tag nach den Patzern der Verfolger aus Gelsenkirchen und Stuttgart musste sich der deutsche Rekordmeister mit einem 0:0 bei Hertha BSC begnügen, konnte seine Tabellenführung aber um einen Punkt ausbauen. Von Ulli Brünger

Bei klirrender Kälte sahen die 74 500 Zuschauer im ausverkauften Olympiastadion über weite Strecken eine unansehnliche Partie, in der die Abwehrreihen den Ton angaben.
Herbe sportliche Rückschläge mussten dagegen die vermeintlichen Bayern-Jäger hinnehmen. Der Tabellen-Zweite FC Schalke 04 kassierte am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga eine überraschende 0:2-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern und bot dabei eine wenig meisterliche Leistung.
Nicht minder enttäuschend endete am Samstag das erste Heimspiel der Jahres für den VfB Stuttgart. Die schwäbischen Profis bestanden den von Trainer Matthias Sammer zuvor ausgerufenen "wichtigen Charaktertest" nicht und müssen nach dem 2:4 gegen Angstgegner 1. FC Nürnberg gar um ihren Champions-League-Platz fürchten.
Werder kehrte mit einem 3:2 (2:1)-Sieg gestern über Hansa Rostock auf die Uefa-Cup-Ränge zurück. Noch vor Bremen rangiert Leverkusen: Eine Woche nach dem 3:0 in Hannover bestätigten die Rheinländer mit dem 4:0 gegen den VfL Bochum ihre glänzende Form und verschärften die Krise beim Revierclub. Dort macht sich angesichts der desolaten Leistung in der 2. Spielhälfte und des auf sechs Punkte gewachsenen Rückstands auf einen Nicht-Abstiegs-Platz allmählich Untergangsstimmung breit. Zudem gerät der in der Vorsaison gefeierte VfL-Coach Peter Neururer immer stärker unter Druck.
Der nächste Bochumer Gegner Arminia Bielefeld hat auch schon bessere Tage erlebt. Nach fünf sieglosen Spielen in Serie droht der in der Hinrunde auftrumpfenden Arminia aus Bielefeld der Absturz. "Jetzt müssen wir aufpassen. Das kann eine ganz schwierige Zeit werden", warnte Trainer Uwe Rapolder nach der 0:1-Heimpleite gegen Hannover 96. Gleiches gilt für Mit-Aufsteiger FSV Mainz 05. Durch das 1:2 beim Hamburger SV verloren die Mainzer weiteren Boden und sind als Tabellen-14. endgültig im Abstiegskampf angekommen.
Längst nicht aller Sorgen ledig sind auch Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach. Trotz fußallerischer Magerkost machten die Westclubs mit dem 1:1 im Westfalenstadion jedoch sogar einen Punkt gut gegenüber der kriselnden Konkurrenz.
Neue Hoffnung schöpft der SC Freiburg nach dem ersten Sieg seit drei Monaten. Das 1:0 über den Favoriten VfL Wolfsburg dürfte der von vielen schon abgeschriebenen Elf von Trainer Volker Finke Selbstvertrauen für die kommenden Wochen geben. Völlig aus dem Häuschen war der lange verletzte Zlatan Bajramovic nach seinem Siegtor. "Von dem Tor träume ich jetzt."