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Bayern müssen Titelgewinn vertagen

Bastian Schweinsteiger jubelt nach seinem Treffer gegen FSV Mainz 05. Die Mainzer mussten sich trotz gutem Spiel geschlagen geben.
Bastian Schweinsteiger jubelt nach seinem Treffer gegen FSV Mainz 05. Die Mainzer mussten sich trotz gutem Spiel geschlagen geben. FOTO: dpa
Düsseldorf. Die Bayern müssen sich noch ein Weilchen gedulden. Doch schon am Dienstag könnten sie in Berlin den Titel endgültig feiern. Es wäre die 24. Meisterschaft. Der Kampf gegen die Zweitklassigkeit wird hingegen immer spannender. Dietmar Fuchs / dpa/rdh

Der Kampf gegen die Zweitklassigkeit entwickelt sich immer mehr zu einem Kriminalstück - Ausgang offen. Die halbe Bundesliga ist verwickelt. Und allein Eintracht Braunschweig ist als Tabellenletzter bereits so weit abgeschlagen, dass die Rettung des Aufsteigers aus Niedersachsen beinahe einem kleinen Fußballwunder gleichkäme. Die Eintracht unterlag am 26. Spieltag "auf Schalke" mit 1:3 - und setzt bei 18 Punkten nun fast schon alles auf den Dienstag.

"Gegen Mainz haben wir die nächste Chance. Wenn es nicht sogar schon unsere letzte Chance ist", kommentierte Trainer Torsten Lieberknecht. In Stuttgart herrschte nach dem Ende der Serie von zehn Spielen ohne Sieg Erleichterung pur: "Uns ist eine extreme Last von den Schultern gefallen", sagte VfB-Verteidiger Daniel Schwaab im Anschluss an das 1:0 durch Alexandru Maxims erlösenden Treffer (69. Minute) gegen den wieder massiv bedrohten Hamburger SV.

Die Schwaben verbesserten sich mit dem ersten Erfolg unter Neu-Trainer Huub Stevens auf 24 Zähler, der HSV hat 23. "Es wird bis zum 34. Spieltag spannend bleiben, wer absteigen muss", hielt Torhüter René Adler fest. Damit der noch nie in die 2. Liga abgerutschte HSV nicht dazugehört, ist ein Erfolg gegen den SC Freiburg (25) am Mittwoch fast schon Pflicht. Die Breisgauer gewannen gegen Bremen (29) 3:1 und zogen das Team des ehemaligen Freiburger Trainers Robin Dutt in den Sog nach unten. "Jetzt sind wir wieder mittendrin. Da, wo wir vor ein paar Wochen schon mal waren", äußerte ein frustrierter Werder-Spielführer Aaron Hunt. "Hinten nix, in der Mitte nix und vorne nix", kritisierte Geschäftsführer Thomas Eichin.

Auch in Hannover (29) wachsen nach dem 0:3 gegen Dortmund die Sorgen. Für den Champions-League-Viertelfinalisten waren die Treffer von Mats Hummels, Robert Lewandowski und Marco Reus dagegen die perfekte Einstimmung auf das brisante Hochsicherheitsderby gegen Schalke am Dienstag, wenn es um die direkte Königsklassen-Qualifikation geht: Der BVB ist Zweiter (51), S04 (50) Dritter. "Das ist das wichtigste Spiel für die Fans und für uns", sagte BVB-Verteidiger Erik Durm.

Meisterschaft nur aufgeschoben

Und die Bayern? Bleiben mit 51 Begegnungen ohne Niederlage, dem 24. Sieg im 26. Saisonspiel und dem 18. in Serie das Nonplusultra. In Mainz fiel die Party trotz des 2:0 noch aus, doch am Dienstag könnten Pep Guardiola und sein Starensemble die früheste Meisterschaft in der 51-jährigen Erstliga-Historie perfekt machen. Sollte der Titelverteidiger bei Hertha BSC gewinnen, wäre der 24. Titelgewinn der Münchner schon am 27. Spieltag perfekt. Guardiola: "Jetzt fehlt uns nur noch ein Sieg. Wir haben es in der Hand, am Dienstag in der Hauptstadt deutscher Meister zu werden."

Auch Borussia Mönchengladbach hat wieder etwas in der Hand: die Europa-League-Qualifikation rückt näher. Mit dem 3:0 gegen Berlin überholte die Borussia (42 Punkte) Wolfsburg und Mainz (beide 41). Wolfsburg kam gegen Augsburg nur zu einem 1:1, womit der FCA (39) seine imposante Bilanz auf acht Auswärtsbegegnungen ohne Niederlage ausbaute. Trainer Markus Weinzierl war dennoch nicht ganz glücklich, weil Ivica Olic (81.) für den VfL spät ausglich: "Das ärgert uns, wir freuen uns aber über die Auswärtsserie."

Für Frankfurts Trainer Armin Veh wurde der wichtige Sieg im Abstiegskampf beim 1. FC Nürnberg zu einer schmerzhaften Angelegenheit. "Ich habe mir eine Zerrung geholt beim Jubeln. Unglaublich", sagte der humpelnde Veh nach dem 5:2 (1:0)-Erfolg.

Frankfurt vor dem Tor eiskalt

Dank ihrer erstklassigen Chancenauswertung kam die Eintracht dem Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga ein großes Stück näher. Nach zuletzt drei Auswärtsspielen ohne Sieg gewannen die Hessen am Sonntag beim Abstiegskonkurrenten in Franken und bauten den Abstand zum Relegationsplatz von vier auf sechs Zähler aus. Die Franken rutschten nach einer letztlich enttäuschenden Heimvorstellung wieder auf Rang 17 ab. Tranquillo Barnetta (21. Minute), Joselu (49.), Alexander Madlung (53.), erneut Joselu (88.) und Vaclav Kadlec (90.+2) zerstörten vor 40 079 Zuschauern jegliche Nürnberger Hoffnungen auf Punkte - und bescherten den Gastgebern gar die vierte Niederlage in Serie. Josip Drmic (64.) und José Campana (71.) brachten den "Club" zwar zwischenzeitlich heran, doch zu einem Punktgewinn reichte es nicht mehr. Spätestens nach der Roten Karte von Javier Pinola (80.) wegen einer Notbremse waren die Würfel gefallen.

Im zweiten Sonntagsspiel konnte sich Hoffenheim mit 3:2 bei Bayer 04 Leverkusen durchsetzen. Salihovic brachte die Gäste per Handelfmeter in Führung (14.), Kießling glich in der 39. Minute aus. Nur eine Minute später legte Hoffenheim durch Volland erneut vor (40.). Rolfes markierte in der 54. Minute das 2:2. Kurz vor Schluss (89.) traf Modeste doch noch zum Auswärtserfolg der Sinsheimer.