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| 02:41 Uhr

Aus im WM-Achtelfinale

Deutschlands Patrick Wiencek kämpft gegen Katars Rafael Capote um den Ball.
Deutschlands Patrick Wiencek kämpft gegen Katars Rafael Capote um den Ball. FOTO: dpa
Paris. Eine über weite Strecken hochnervöse DHB-Auswahl ist im Achtelfinale der Handball-WM an den eigenen Nerven gescheitert. Nach der überraschenden 20:21 (10:9)-Achtelfinalpleite gegen Katar muss der Europameister die Heimreise antreten. dpa

Die extrem verunsicherte Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson konnte gegen den Vize-Weltmeister zu keinem Zeitpunkt an die teils starken Vorstellungen der Vorrunde anknüpfen. Damit endet auch die rund zweieinhalbjährige Amtszeit des Isländers mit einem Tiefschlag.

Beste deutsche Werfer vor 10 209 Zuschauern in Paris waren Rechtsaußen Patrick Groetzki und Altstar Holger Glandorf mit je vier Treffern - was aber auch nicht half.

Erneut startete die DHB-Auswahl zwar hochkonzentriert und lag nach zehn Minuten bereits mit vier Toren in Front. Aber genauso schnell bauten die Bad Boys danach wieder ab. Sigurdssons Mannschaft zeigte gerade im ersten Durchgang ungewöhnlich oft Nerven und schwächelte im Angriffsspiel. Zwar vereitelte Wolff mit seinen Paraden etliche Versuche der Kataris, doch gerade im Aufbau Deutschlands fehlte zunächst die Struktur. Auf Fehlpässe von Spielmacher Steffen Fäth folgten Ungenauigkeiten im Abschluss, wodurch der Gegner immer wieder zu Kontergelegenheiten kam. Vor allem Superstar Rafael Capote wusste diese einige Male zu vollenden.

Dabei hatte das Nationalteam des Wüstenstaats nicht mehr viel mit dem Silbermedaillengewinner vor zwei Jahren zu tun. 2015 hatte Katar die Deutschen im Viertelfinale besiegt (26:24). Von den damals extra für die Heim-WM für viel Geld eingebürgerten Top-Stars waren neben dem Kubaner Capote lediglich noch Keeper Danijel Saric und der Franzose Bertrand Roine dabei.

Aber neben dem deutschen Angriff zeigte sich auch die Defensive um den 2,10 Meter großen Finn Lemke nach dem Umzug von Rouen in die französische Hauptstadt zunächst noch nicht akklimatisiert. Das änderte sich auch mit dem Seitenwechsel nicht. Routinierte Spieler wie Hendrik Pekeler leisteten sich auch im zweiten Durchgang individuelle Fehler und hielten den Asienmeister dadurch unfreiwillig im Spiel. Katar kam wieder und wieder ran, Saric parierte Versuch um Versuch - und durch die Rote Karte für Kreisläufer Patrick Wiencek schwächte sich die DHB-Auswahl zehn Minuten vor Schluss auch noch selbst.