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Auf oder Ab? SCC startet ins Ungewisse

Turnerspaß für den Fotografen: Der SC Cottbus startet in eine Saison, in der vorher nicht klar ist, ob es auf- oder abwärts geht.
Turnerspaß für den Fotografen: Der SC Cottbus startet in eine Saison, in der vorher nicht klar ist, ob es auf- oder abwärts geht. FOTO: Heiner Stephan
Cottbus. Der SC Cottbus startet am Sonntag in die neue Saison der Deutschen Turnliga. Der Auftaktgegner TG Saar hat es gleich in sich – und bei den Lausitzern fällt Topturner Christopher Jursch aus. Nicht nur deshalb ist es ein Start ins Ungewisse. Jan Lehmann

Die Sehnsucht wächst: Fünf Jahre ist es mittlerweile her, seit der SC Cottbus zum letzten Mal in DTL-Finale der besten vier Mannschaften war. Die Lausitzer, die noch immer DTL-Rekordmeister sind, haben in diesem Jahr ein klares Ziel: Die Rückkehr auf die größte Bühne im deutschen Mannschaftsturnen - das Liga-Finale am 2. Dezember in Ludwigsburg. Karsten Oelsch, sportlicher Leiter beim SCC, erklärt: "Vergangene Saison sind wir noch knapp daran vorbeigeschrammt. Das Finale ist ein schweres Ziel, aber die Jungs werden sich reinhängen."

Doch noch ist nicht klar: Geht es in dieser Saison aufwärts - oder abwärts für die Cottbuser? Die Liga ist in dieser Saison nur schwer vorhersagbar, es gibt zu viele offene Fragen in einem Jahr mit vielen nationalen und internationalen Turnhöhepunkten: Kann Meister Straubenhardt seiner Favoritenrolle wieder gerecht werden? Wie stark ist das Hambüchen-Team KTV Obere Lahn mit dem Neuzugang Lukas Dauser, der zuletzt EM-Silber gewann? Und die für die Cottbuser wichtigste Frage: Wie gut ist der SCC überhaupt in diesem Jahr?

Das Finale lockt, die Sehnsucht danach ist gewachsen - genau wie die jungen Turner aus der Cottbuser Riege. Noch vor drei Jahren hatte die RUNDSCHAU über einen "Kinder-Riegel" geschrieben. Doch das Lausitzer Konzept, konsequent auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, geht auf. Junge Sportler wie Leonard Prügel oder Lucas Kochan wachsen immer mehr ans Team heran und könnten schon in dieser Saison Punkte beisteuern. Karsten Oelsch betont: "Dass wir fast nur Cottbuser Jungs in der Mannschaft haben, macht uns besonders stolz."

Ein Cottbuser Junge macht aber Sorgen: Christopher Jursch, der wichtigste Turner in der SCC-Riege wird am Sonntag nicht antreten. Der 24-Jährige laboriert noch immer an der Schulterverletzung, die ihn schon an seinem geplanten EM-Start in Rumänien gehindert hatte. Jursch sagt knapp: "Es steht noch nicht fest, wann ich wieder dabei sein werde."

Der Auftaktgegner am Sonntag (14 Uhr, Lausitz-Arena) ist gleich die große Bewährungsprobe für den SC Cottbus. Mit der TG Saar kommt unter anderem Oleg Verniaev, der absolute Topstar der Liga, mit nach Cottbus. Der Silbermedaillengewinner vom olympischen Mehrkampf in Rio hat zuletzt bei der EM abgeräumt: Neben Mehrkampf-Gold holte er noch drei weitere Medaillen. Flankiert von überdurchschnittlichen Liga-Turnern wie Felix Remuta, Waldemar Eichhorn oder Eugen Spiridonov ist die TG Saar so erneut ein Titelfavorit. An solchen Gegnern muss der SCC weiter wachsen, wenn der Finaltraum endlich wieder wahr werden soll.

Zum Thema:
Der Nachwuchs desSC Cottbus hat im diesjährigen Liga-Betrieb bereits vorgelegt. Der Vorjahres-Meister gewann auch den Auftakt zur zweiten Saison in der Junioren-Bundesliga. Mit 219,70 Punkten blieb der Titelverteidiger vor Eintracht Frankfurt (216,10) und dem SC Berlin (205,45). Weiter geht es am 20. Mai in Dillingen. Die Entscheidung, wer zum Liga-Finale fährt, fällt dann am 21. Oktober in Cottbus.