| 19:19 Uhr

Auf die Räder, fertig – los!

Die Abteilung Radsport des BSV Chemie Tschernitz geht mit insgesamt neun Fahrern beim Spreewaldmarathon in unterschiedlichen Disziplinen an den Start.
Die Abteilung Radsport des BSV Chemie Tschernitz geht mit insgesamt neun Fahrern beim Spreewaldmarathon in unterschiedlichen Disziplinen an den Start. FOTO: Köhler
Burg/Tschernitz. Die flache Landschaft im Spreewald macht das Biosphärenreservat zum idealen Sport-Eldorado. Zum nun schon 13. Mal findet hier der Spreewaldmarathon statt. An diesem Wochenende wird einmal mehr geradelt, gelaufen, geskatet und gewandert, was das Zeug hält. Christian Köhler

"Wir sind nun schon zum sechsten Mal dabei", erzählt Detlef Brendler, der zusammen mit seiner Frau Kerstin am morgigen Samstag von der Schlossinsel Lübben aus die 110 Kilometer Radstrecke in Angriff nehmen will. Für den BSV Chemie Tschernitz (Spree-Neiße) sind sie beim Spreewaldmarathon unterwegs - gemeinsam mit rund 4000 Radsportlern.

Am Mittwoch haben die Tschernitzer als Vorbereitung auf den Spreewaldmarathon noch einmal ordentlich in die Pedale getreten. "Wir treffen uns zwei Mal in der Woche und machen unsere Ausfahrten", sagt Vereinsmitglied Matthias Sietzy. 70 Kilometer sollen es an diesem Tag sein. Schon während des Gruppenfotos wird gedrängelt.

"Ich bin schon als kleiner Junge Rad gefahren und habe die Leidenschaft dafür nicht verloren", sagt Detlef Brendler. Als 2009 der Radsportler Peter Liemann die Abteilung Radsport in Tschernitz gegründet hat, habe er nicht lange gezögert, beizutreten. Inzwischen ist seine Frau Kerstin ebenfalls Mitglied. Zusammen sind sie seit Jahren in ihren Urlauben mit Fahrrädern in Deutschland unterwegs. "Beim jährlichen Trainingslager auf Mallorca hat es mich dann auch gepackt, auf das Rennrad zu steigen", erzählt Kerstin Brendler. Auf den Spreewald freue sie sich: "Das ist immer ein Erlebnis. Wir treffen dort so viele Leute."

Vom Läufer zum Radler

Ebenfalls an den Start in Lübben geht die Tschernitzerin Christina Schwarz, die zusammen mit ihrem Mann Manfred Giern ebenfalls die 110 Kilometer durch den Spreewald abradelt. "Eigentlich bin ich ja Läuferin", sagt Christina Schwarz, die vor drei Jahren den Halbmarathon im Spreewald absolvierte. Eine Verletzung zwang sie jedoch zu einer Umorientierung, denn Sport sei für sie wie eine Sucht. "Radfahren ist da für mich ein guter Ausgleich", erzählt die 54-Jährige und ergänzt: "Mich freut es, dass wir am Wochenende wieder unterwegs sind".

Die Tschernitzer wollen es insgesamt jedoch ruhig angehen lassen. "Die Strecke sollte man nicht als Wettkampf sehen", erklärt Detlef Brendler. Es solle vor allem Spaß machen. Dass auch ehemalige und aktuelle Profis wie Lutz und Sohn Nico Heßlich an den Start gehen, störe die BSVler nicht. "Es gibt immer Gruppen, die ein hohes Tempo vorlegen", pflichtet Kerstin Brendler ihrem Mann bei, "und meistens sehen wir die richtig Schnellen gar nicht."

Unterdessen steigt die Anspannung bei Spreewaldmarathon-Cheforganisator Hans-Joachim Weidner. Die Vorbereitung für das Sportwochenende hat er längst abgeschlossen. Gemeinsam mit den Helfern hat Weidner unglaubliche 882 Kilometer Strecke beschildert. "Es soll sich ja keiner verlaufen", flachst er. Immerhin bietet der Spreewaldmarathon 36 unterschiedliche Strecken für die Sportarten Radfahren, Laufen, Skaten, Walken und nicht zuletzt für das Wandern. Für das Wochenende wünscht sich Hans-Joachim Weidner indes nur zwei Dinge: reichlich Sonnenschein und keine Sportunfälle. Schließlich würde eine strahlende Sonne die Laune der Sportler heben und die Gesundheit alle Beteiligten am wichtigsten sein.

Tausende Sportler erwartet

Mehr als 500 Helfer sorgen während des Wochenendes für einen reibungslosen Ablauf. An den 23 Verpflegungsposten werden den Sportlern mehr als 130 verschiedene Produkte gereicht.

Autofahrer müssen unterdessen vor allem am Samstag mit Behinderungen rechnen. Immerhin fahren mehr als 1000 Radler die 200 Kilometer und mindestens genauso viele die 110 Kilometer, erklärt Weidner. Schon vor dem Wochenende haben sich insgesamt mehr als 9500 Sportler aus nah und fern angemeldet. Das Organisationsteam hat insgesamt 13 000 Startnummern vorbereitet, denn die Erfahrung zeige, dass sich viele noch kurzfristig entschließen, an einen der Wettkämpfe teilzunehmen (siehe Infobox). "Wir bitten die Sportler darum, sich möglichst noch am heutigen Freitag dafür anzumelden", unterstreicht der Organisator eindringlich. Ihm gehe es vor allem darum, unnötige Schlangen an den Meldestellen in Burg, Straupitz, Lübben und Lübbenau zu vermeiden.

Die müssen die Tschernitzer vom BSV nicht fürchten. "Wir haben uns längst angemeldet", berichtet Detlef Brendler, bevor er gemeinsam mit den Vereinskollegen auf die Räder zum letzten Training vor dem Wochenende steigt. Der Spreewaldmarathon wird für die Freizeitradler übrigens nicht das einzige Sportevent in diesem Jahr bleiben. Die Radtourenfahrt "Velothon" in Berlin und die Seenlandrundfahrt im Juli in der Lausitz stehen schon im Terminkalender.