| 02:42 Uhr

Auch Dresden will im Jahr 2024 EM-Standort sein

Frankfurt/Main. Bis um 12 Uhr läuft an diesem Freitag die Bewerbungsfrist beim Deutschen Fußball-Bund. Der Verband muss zehn Städte aus 17 Bewerbern auswählen. Ulrike John / Frankfurt/Main

Aus 17 mach 10. Bis zu diesem Freitag um 12 Uhr müssen die Clubs und Städte ihr Interesse als Austragungsort für die Fußball-Europameisterschaften 2024 anmelden. In zehn Stadien soll gespielt werden. 17 Kandidaten gehen nach Information der Deutschen Presse-Agentur ins Rennen - wenn Deutschland das Turnier ausrichten darf.

Kurzfristig hinzu kamen am Donnerstag mit Dresden und Karlsruhe noch zwei Städte von Zweitligisten. Allerdings verfügt das Dresdner DDV-Stadion derzeit nicht über die geforderte Mindestkapazität von 30 000 Sitzplätzen. Nach Angaben von Sportbürgermeister Peter Lames will sich die Stadt "ganz bewusst und ausdrücklich mit den vorhandenen Kapazitäten" bewerben.

Im Wettbewerb um die zehn EM-Arenen stehen zunächst einmal die zwölf WM-Spielorte von 2006: die damalige Finalstadt Berlin, dazu Dortmund, Frankfurt/Main, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart. Dazu kommen Dresden, Düsseldorf, Mönchengladbach, Bremen und Karlsruhe.

Am 15. September will der Deutsche Fußball-Bund seine Spielorte präsentieren. Deutschland gilt als Favorit für das Endrundenturnier in siebeneinhalb Jahren. Auch wenn die Türkei diese Woche seine Ambitionen offiziell angemeldet hat. Eine Gemeinschaftskandidatur von Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen ist am Donnerstag geplatzt. Der norwegische Fußballverband hat sich von der Idee verabschiedet und wird damit kein Konkurrent für Deutschland. "Wir haben nicht die Stadien dafür", sagte Verbandschef Terje Svendsen der Nachrichtenagentur NTB.

Am 3. März läuft die Bewerbungsfrist beim Kontinentalverband Uefa ab, die Entscheidung fällt erst im September 2018. "Wir vertrauen darauf, dass wir unsere Freunde in der Uefa mit unserer Erfahrung in der Organisation von Turnieren, der hervorragenden Infrastruktur unserer Stadien und Städte und der politisch stabilen Lage in unserem Land überzeugen können", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Als gesetzt gelten Berlin, München, Dortmund, Frankfurt und Hamburg. München ist der einzige deutsche Spielort bei der 13-Länder-EM 2020: Vier Partien sind in der Allianz-Arena geplant. "Nach Fußball-Weltmeisterschaft und Champions-League-Finale ist Berlin ganz sicher der richtige Ort für eine Fußball-Europameisterschaft", sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller selbstbewusst.

36 Jahre nach der EM-Endrunde 1988 lockt nicht nur der sportliche Reiz, sondern auch ein enormer wirtschaftlicher Gewinn. Nordrhein-Westfalen ist mit Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Köln und Mönchengladbach gleich fünfmal im Rennen. In einem förderalistischen Dachverband wie dem DFB dürfen aber Konkurrenten auf etwas Länderproporz hoffen.

Die Chancen für Dresden scheinen aber gering. Denn das Stadion müsste eigentlich erweitert werden. Es genügt derzeit nicht den Anforderungen, die der DFB an die möglichen EM-Spielstätten stellt. Die Sitzplatzkapazität liegt unter 30 000 Zuschauern. Derzeit fasst die Heimspielstätte des Zweitligisten Dynamo Dresden zwar 32 066 Zuschauer - davon sind aber 11 050 Stehplätze.

Aus Sachsen hat bereits die ehemalige WM-Stadt Leipzig mit der Red-Bull-Arena ihr Interesse offiziell bekundet.