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| 02:39 Uhr

Asahi Spremberg lebt seinen Traum

Mit insgesamt 39 Judoka startet Asahi in die Bundesliga, darunter Tobias Mol (r.). Der Niederländer ist einer von sieben Ausländern.
Mit insgesamt 39 Judoka startet Asahi in die Bundesliga, darunter Tobias Mol (r.). Der Niederländer ist einer von sieben Ausländern. FOTO: Verein
Spremberg. Nach dem spektakulären Aufstieg in die Judo-Bundesliga gibt der Neuling an diesem Samstag sein Debüt im Oberhaus. Zum Auftakt geht es gleich gegen ein sportliches Schwergewicht. Witten kommt mit einem Medaillengewinner von Rio. Mirjam Danke

In wenigen Tagen starten die Judoka vom KSC Asahi Spremberg in ihr bislang größtes Abenteuer: 1. Bundesliga. Fünf Kampftage, fünf Siege - mit dieser makellosen Bilanz hatten die Lausitzer ihren Traum im vergangenen Herbst nach einigen Jahren in der 2. Bundesliga wahr gemacht.

Von Sieg zu Sieg wird die Mannschaft von Trainer Mike Göpfert im Oberhaus vermutlich nicht eilen. "Wir sind uns bewusst, dass wir in jedem unserer Duelle der krasse Außenseiter sind", sagt der Coach. "Aber das ist vielleicht auch unser größter Vorteil. Keiner erwartet etwas von uns, und die Jungs können ohne Druck auf die Matte gehen, auch hier zu Hause", blickt Göpfert auf den Bundesliga-Auftakt von Asahi an diesem Samstag (18 Uhr/Mehrzweckhalle Haidemühl) gegen die Sport-Union Witten-Annen voraus.

Mit dem Team aus dem Ruhrgebiet bekommen die Lausitzer gleich ein echtes Schwergewicht vor die Brust. Der Meisterschaftsdritte des vergangenen Jahres reist mit einigen Hochkarätern an, darunter Dirk van Tichelt, Europameister und Olympia-Bronzemedaillengewinner von Rio, oder Luic Korval, ebenfalls ein Europameister und WM-Bronzemedaillengewinner.

Spremberg muss indes ohne die ganz großen Namen auskommen. Als spektakulärster Neuzugang wird bezeichnenderweise ein Asahi-Eigengewächs angesehen: Luc Meyer. Tatsächlich ist der 17-Jährige längst mehr als nur ein großes Judo-Talent. Aktuell wurde der deutsche U18-Meister in die Junioren-Nationalmannschaft berufen und geht am Wochenende beim European Cup der U18 in Berlin an den Start. Heißt auch: Beim Bundesliga-Auftakt wird der Neffe von Asahi-Manager Dirk Meyer erstmal nicht dabei sein. "Mal sehen, wo wir ihn dann reinschmeißen", sagt Meyer schmunzelnd.

Sprembergs Manager freut sich riesig auf die Kämpfe in der Bundesliga. "Wir wollen das Jahr in der 1. Liga genießen, den einen oder anderen Favoriten ein bisschen ärgern und so auf unsere schöne Sportart und unseren fantastischen Verein aufmerksam machen", sagt Meyer.

Asahi ist heiß darauf, ab Samstag seinen Erstliga-Traum zu leben. Wunderdinge solle aber niemand erwarten. Dazu ist die Konkurrenz in der Staffel Nord, darunter der amtierende Meister aus Hamburg, einfach zu stark. Das Niveau ist im Oberhaus noch einmal erheblich höher als in der 2. Liga - und mittendrin der Außenseiter Spremberg, der mit einer weitgehend unveränderten, im Schnitt 22,1 Jahre jungen Mannschaft in die Saison geht. "Das ist, als wenn der FC Energie Cottbus jetzt mit seinem aktuellen Kader in der 1. Liga spielen müsste", versucht es Meyer zu umschreiben.

Insgesamt 39 Judoka gehören zum Lausitzer Team, dessen Starter sich auf die Leistungsstützpunkte verteilen, da Asahi selbst kein Leistungszentrum für Senioren ist. Trotz aller Nachteile, zu denen auch gehört, dass es nur zwei Heim- und dafür drei Auswärtskämpfe geben wird, stellt Dirk Meyer klar: "Prügelknabe und Punktelieferant wollen und werden wir nicht sein."

Die Spremberger setzen dabei vor allem auf ihr Heimpublikum, 757 Zuschauer ist der Rekordwert aus der 2. Liga. Co-Trainer Michael Rex weiß: "Unser Teamgeist sowie die Bombenstimmung hier in Neu Haidemühl haben schon so manches Mal Berge versetzt."

Der erste Erstliga-Berg heißt am Samstag Witten.

Asahi-Manager Dirk Meyer mit Neffe Luc, der ebenfalls in der Bundesliga kämpfen wird.
Asahi-Manager Dirk Meyer mit Neffe Luc, der ebenfalls in der Bundesliga kämpfen wird. FOTO: Verein