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Asahi geht ohne Dressing in den Salat-Kampf

Hexenkessel: Asahi hofft am Samstag auf einen neuen Rekord. Dazu müssten mehr als 800 Zuschauer kommen.
Hexenkessel: Asahi hofft am Samstag auf einen neuen Rekord. Dazu müssten mehr als 800 Zuschauer kommen. FOTO: Asahi
Spremberg. Sprembergs Judoka treffen im Bundesliga-Viertelfinale auf den 20-fachen Meister. Für die Lausitzer "wird ein Traum wahr". Steven Wiesner

Wenn im Fußball kleine Amateursportler auf große Stars treffen, geht es nach dem Schlusspfiff eigentlich nur noch darum, wer mit wem das Trikot tauschen darf. Im Judo gibt es derlei Brauchtum nicht. Die Spremberger Judoka werden nach dem Duell an diesem Samstag (18 Uhr) mit dem 20-fachen Deutschen Meister und siebenmaligen Europacup-Sieger TSV Abensberg aus Bayern im Viertelfinal-Hinkampf der Bundesliga also nicht auf die Jagd nach Gürteln und Judoanzügen gehen.

Vielmehr werden sie selbst Geschenke verteilen. "Die Abens berger bekommen ein paar Gläser Spreewaldgurken von uns", verrät Asahi-Präsident Dirk Meyer.

Die Bundesliga-Neulinge aus der Lausitz wollen damit weiter mit ihrem Ruf charmieren, nachdem sie während der Saison von einem gegnerischen Trainer als "Gurken-Truppe" tituliert worden sind.

Zur ersten Playoff-Teilnahme der Spremberger Vereinsgeschichte, die Dirk Meyer mit den Worten "Jetzt haben wir den Salat" kommentierte, weil sie auch mit einem großen finanziellen Mehraufwand verbunden ist, wird es also frische Gurken geben. Ein Dressing in Gestalt eines ausgeklügelten Matchplans, wie man ihn aus anderen Sportarten kennt, können die Spremberger aber nicht anrühren. In den Duellen Mann gegen Mann entscheiden Qualität und Einstellung, keine taktischen Schachzüge. Spremberg wird darauf angewiesen sein, "dass unsere Jungs über sich hinauswachsen". Meyer: "Ich hoffe, wir können wenigstens zwei, drei der 14 Einzelkämpfe gewinnen." Wie schwer das wird, lässt ein Blick auf die Starterliste der Niederbayern erahnen, die 17 Olympiateilnehmer, sieben Europameister, fünf Deutsche Meister, vier Weltmeister und drei Olympiasieger mit nach Neu Haidemühl bringen.

Trainer Mike Göpfert ist trotzdem völlig euphorisiert: "Das ist unser größter Mannschaftserfolg der Vereinsgeschichte. Ein Kampf gegen Abensberg ist für uns ein Traum gewesen - und nun wird er wahr." Die Spremberger hoffen dabei auf mehr als 800 Zuschauer. Das wäre neuer Rekord für Asahi.

Zum Thema:
Schon nächsten Samstag findet in Abensberg der Rückkampf statt. Der KSC Asahi bietet für alle Judobegeisterten eine Busreise an. Abfahrt wäre am 7. Oktober um 8 Uhr in Spremberg am Alexander-Puschkin-Platz.