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Fußball
Der Mensch gewordene Linkshaken

Steven Wiesner
Steven Wiesner FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Meinung Eine Karriere wie die seine hätte einen prunkvollen Abschied auf der WM-Bühne verdient gehabt. Doch Arjen Robben scheiterte mit der Niederlande erneut in der Qualifikation. Oder treffender formuliert: Die Niederlande scheiterte trotz Arjen Robben. Ein Kommentar. Von Steven Wiesner

An einem Abend, als den Holländern nach Heulen zumute hätte sein müssen, bestimmten stehende Ovationen das Bild. Nach der Gewissheit, zum achten Mal eine WM zu verpassen, fand die stolze Fußball-Nation trotzdem einen Grund zum Feiern. Sie feierte einen der größten Ballvirtuosen ihrer Geschichte. Sie feierte Arjen Robben.

Nach 14 Jahren im orangefarbenen Dress erklärte der Kapitän das Ende seiner Länderspielkarriere. An dem menschgewordenen Linkshaken, den nur ein paar Schwalben zu viel um noch mehr Sympathiewerte brachten, kann das Elend der „Elftal“ nicht festgemacht werden. Mit Robben gewann eine nur noch durchschnittliche niederländische Nationalmannschaft fünf von sieben Quali-Spielen, mit sechs Toren wurde er bester Torjäger der Gruppe A.

Doch seine Länderspiel-Uhr bleibt nun bei 96 Einsätzen stehen, genauso wie seine WM-Bilanz (15 Spiele, 6 Tore). Robben hätte in Russland nur noch einmal treffen müssen und er wäre zum niederländischen WM-Rekordtorschützen aufgestiegen. Man braucht viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, wie der holländische Fußball ohne ihn zu alter Stärke finden will. Vielleicht hätten die Holländer am Dienstagabend doch lieber heulen sollen.