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| 18:09 Uhr

Boxen
Alte Schule und talentierter Nachwuchs

Sven Richter vom CBV 2010
Sven Richter vom CBV 2010 FOTO: Phillip Mahrla
Cottbus. Spannende Kämpfe und ein ausverkauftes Haus erwarten die Veranstalter des Boxabends am Freitag im Cottbuser Gladhouse. Hauptakteure sind zwei Kämpfer der alten Schule.

260 Box-Kämpfe hat Sven Richter, Jahrgang 1974, bei den Amateuren ausgetragen. Im Nachwuchs war der ehemalige Cottbuser Sportschüler mehrfacher DDR-Meister, bei den Männern holte er sich Bronze bei den Deutschen Meisterschaften. „Er ist ein Boxer der alten Schule“, beschreibt Kay Havenstein vom Cottbuser Boxverein 2010 den Mann, der am Freitagabend im Cottbuser Glad-House den Hauptkampf bestreiten wird. Der „Oldschooler“, so sein Kampfname, der inzwischen in Weißwasser lebt, wird beim „Di-Do-Boxabend“ auf Mario Glagow treffen. Der „Crazy Fighter“ kommt aus Brandenburg an der Havel, war erst vor fünf Wochen als Kampfrichter bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen und des Nachwuchses in Cottbus im Einsatz. Mehr als 100 Kämpfe stehen für den 40-Jährigen  im Startbuch. Für Schwedt, Babelsberg und Cottbus kämpfte er in der zweiten Bundesliga. „Vielleicht“, so sagt Kay Havenstein, „wird er am Freitagabend in Cottbus zum letzten mal im Ring zu sehen sein.“

Die Vita der beiden Hauptkämpfer verrät: Da werden sich zwei Sportler gegenüberstehen, die ihr Handwerk beherrschen, auch wenn sie ihre Leistungssport-Karriere bereits hinter sich haben. So besitzt  der Boxabend im Cottbuser Gladhouse durchaus einen sportlichen Wert. Das trifft ebenfalls auf den Frauenkampf an diesem Abend zu. Theresa Hoff vom Cottbuser Boxverein 2010 wird am Landesstützpunkt von Ron Radlow und Marcel Jahn trainiert. Vor wenigen Wochen startete sie bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft. Dort musste sie im Viertelfinale gegen die Vorjahres-Meisterin und aktuelle Dritte der Europameisterschaften der Junioren, Sophie Alisch, in den Ring. Sie verlor das Duell zwar, zeigte aber ihr Potenzial.

Ihre Gegnerin Julia Piro vom Boxclub Schwarzheide trainiert in Cottbus an der Kampfsportschule Lausitz bei Steffen Rehn. Für die BTU-Studentin steht ein gewonnener Kampf im Startbuch.

Die Cottbuser freuen sich auf den Kampfabend, das Interesse ist groß. Die Hälfte der Karten sind laut Havenstein bereits verkauft. „Wir rechnen mit einem vollen Haus“, so der Mitorganisator. Im vergangenen Jahr hatte das Gladhouse eine erfolgreiche Premiere gefeiert. Nach mehr als 60 Jahren gab es wieder eine ausverkaufte Boxveranstaltung in der Stadt. Neben den Boxern zeigten dabei auch die Kickboxer und Karateka anspruchsvolle Kämpfe.

„Dieses Konzept hat sich bewährt, daran halten wir fest“, so Havenstein. Neben einer Karateshow wird das Rahmenprogramm durch Isabell (Sängerin der Liveband „nAund“ und den „Flying Rockets“) und den Bundespreisgewinner Gesang/Solo des Wettbewerbes  „Jugend musiziert“ Ye June Park gestaltet.

Und für die Besucher wird sich nicht nur ein Blick in den Ring lohnen. Auch bei den Ehrengästen haben sich in der Boxwelt durchaus klangvolle Namen angekündigt. Der Cottbuser Boxer Phillip Nsingi vom SES Boxring hat zum Beispiel bereits sieben Profikämpfe bestritten. Mario Veit, ehemaliger Interimsboxweltmeister der WBO, war einer der wenigen Faustkämpfer, die den noch aktiven Jürgen Brähmer bezwingen konnten.

Besondere Unterstützung von den Zuschauern erhoffen sich die Veranstalter freilich für die Freizeitkämpfer, die die Vorkämpfe bestreiten. Los geht es mit einem offiziellen Sparring um 20.15 Uhr. Für die meisten der Hobby-Boxer gibt es am Freitagabend eine Premiere. „Sie kämpfen zum ersten Mal vor so einer Kulisse, das ist für die Athleten natürlich etwas ganz Besonderes“, so Kay Havenstein.

Julia Piro trainiert beim Boxclub in Schwarzheide.
Julia Piro trainiert beim Boxclub in Schwarzheide. FOTO: privat
Mario Glagow (BSC Süd 05 e.V.)  mit Trainer Uli Huf
Mario Glagow (BSC Süd 05 e.V.) mit Trainer Uli Huf FOTO: privat