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| 18:58 Uhr

Leichtathletik
Alles bereit für einen verrückten Abend

Der polnische Stabhochspringer Piotr Lisek hält den Meetingrekord in der Lausitz-Arena. Er gehört am Mittwochabend zu den Favoriten in Cottbus.
Der polnische Stabhochspringer Piotr Lisek hält den Meetingrekord in der Lausitz-Arena. Er gehört am Mittwochabend zu den Favoriten in Cottbus. FOTO: Jens Wolf / dpa
Cottbus. Die Stabhochspringer wollen beim Springermeeting am Mittwochabend in der Cottbuser Lausitz-Arena für Furore sorgen. Von Sven Hering

Sie können es offenbar kaum erwarten und sprühen vor Energie. Am Dienstag versuchten sich Sam Kendricks, Shawn Barber und Scott Houston in der Cottbuser Lausitz-Arena schon einmal in ein paar Sprüngen in die Tiefe. Von den Zuschauerrängen aus stürzten sie sich wagemutig auf die Matte, auf der am Mittwochabend die Hochsprungdamen landen werden. „Zuvor hatten wir uns natürlich schlau gemacht, ob in ihren Verträgen eine Ausschlussklausel für derartige Aktivitäten steht“, sagte Meetingsprecherin Susann Winter mit einem Augenzwinkern.

Am Mittwochabend soll es für die Stabhochspringer beim Meeting in Cottbus dann möglichst hoch hinaus gehen. Meetingdirektor Ulrich Hobeck wünscht sich am liebsten einen Sechs-Meter-Satz. Das hat in der Lausitz-Arena bislang noch kein Stabhochspringer geschafft.

„Die sechs Meter halte ich für durchaus möglich“, hatte Hobeck gegenüber der RUNDSCHAU erklärt. Für einen derartigen Rekordsprung würde er auch gern noch einmal mit dem Klingelbeutel bei den Sponsoren sammeln gehen. Denn für den Fall der Fälle hat der Meetingchef eine Sonderprämie ausgelobt. Diese liege zwischen 3000 und 5000 Euro. „Darunter geht es nicht mehr“, sagt er.

Und auch wenn die Saison gerade erst begonnen hat: Die Form der Stabhochspringer ist bereits jetzt exzellent. So hat der Pole Piotr Lisek am vergangenen Freitagabend beim Istaf Indoor in Berlin aufhorchen lassen. Und so ganz nebenbei den Stabhochsprung-Olympiasiegern Renaud Lavillenie und Thiago Braz da Silva die Schau gestohlen. Der WM-Zweite von 2017 gewann die Konkurrenz beim weltweit größten Leichtathletik-Hallenmeeting ganz überlegen mit 5,83 Metern. Zweiter wurde der Brasilianer da Silva (5,70 Meter), der 2016 in Rio de Janeiro Olympia-Gold erobert hatte.

Lisek ist es auch, der in Cottbus den Meetingrekord hält. Mit 5,92 Meter gewann er im vergangenen Jahr nicht nur die Konkurrenz, sondern überflügelte damit auch Publikumsliebling Björn Otto, der bis dato die Bestmarke (5,90 m) hielt.

Allerdings muss sich Lisek auf starke Konkurrenz gefasst machen. Sam Kendricks, der bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in London den Titel gewonnen hat, ist nach eigenen Angaben sehr gut drauf. So wird er in Cottbus mit den Stäben springen, die ihn bereits in die Höhe von sechs Meter katapultiert haben. „Ich beginne die Saison sehr ehrgeizig. Im Training waren dieses Jahr schon ein paar sehr gute Sprünge dabei“, verrät der 25-Jährige.

Shawn Barber ist ebenfalls zu beachten. Der Kanadier holte sich im Jahr 2015 in Peking mit übersprungenen 5,90 Meter den Weltmeistertitel.

Sam Kendricks fiebert jedenfalls dem Abend bereits entgegen. „Wir sind alle gute Kumpels, deshalb freue ich mich auf die Herausforderung. Mit Scott Houston ist auch ein Landsmann von mir dabei, also lasst uns auch ein Team-Event draus machen“, sagt er.

Ein wenig im Schatten der verrückten Jungs scheint in diesem Jahr die Hochsprung-Konkurrenz der Damen zu stehen. So hat am Dienstag die deutsche Jossy Graumann ihre Teilnahme noch kurzfristig abgesagt. Damit reduziert sich das Starterfeld auf fünf Damen. Dort hat allerdings Marie-Laurence Jungfleisch beste Chancen. Mit ihrer persönlichen Bestleistung in der Halle (1,97m) liegt sie zumindest vor den Kontrahentinnen. Spannung ist aber auch dort garantiert.

Gut beraten waren die Cottbuser Leichtathletik-Fans, die sich ihre Tickets rechtzeitig im Vorverkauf gesichert haben. Denn die Lausitz-Arena ist bereits seit Tagen ausverkauft, selbst die VIP-Tickets waren so schnell vergriffen wie bislang noch nie. Allerdings könne sich unter Umständen eine Nachfrage an der Abendkasse doch noch lohnen. Mitunter würden Einzeltickets noch kurzfristig zurückgegeben, sagt Meetingsprecherin Susann Winter. „Garantieren können wir das leider aber nicht.“

Können es kaum erwarten: Sam Kendricks, Shawn Barber und Scott Houston (v.l.) freuen sich auf das Springermeeting.
Können es kaum erwarten: Sam Kendricks, Shawn Barber und Scott Houston (v.l.) freuen sich auf das Springermeeting. FOTO: Andreas Neuthe