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Abschied mit Tränen

Die Olympiasiegerin versuchte am Donnerstag, ihre Emotionen zu beherrschen.
Die Olympiasiegerin versuchte am Donnerstag, ihre Emotionen zu beherrschen. FOTO: dpa
München. Maria Höfl-Riesch hat sich entschieden: Nach zehn Medaillen bei Großereignissen beendet die dreimalige Olympiasiegerin ihre Karriere. Für den Deutschen Skiverband ist das "ein einschneidendes Erlebnis". Christian Kunz und Maximilian Haupt / dpa/jal

Beim Abschied kämpfte Maria Höfl-Riesch mit den Tränen: Die dreimalige Olympiasiegerin hat ihre Laufbahn als Skirennfahrerin beendet. "Meine Entscheidung ist so gefallen, dass ich jetzt meine Karriere beenden werde", sagte die 29-Jährige am Donnerstag in München. Gekleidet in einen violetten Blazer und eine dunkle Hose hatte sie zuvor von DOSB-Präsident Alfons Hörmann die kleine Kugel für die beste Abfahrerin des Winters überreicht bekommen - die insgesamt fünfte ihrer herausragenden Laufbahn.

2011 gewann sie zudem den Gesamtweltcup. Den zweiten Gesamtsieg verhinderte ihr Sturz beim Weltcupfinale in der Schweiz vor einer Woche. Während in Lenzerheide die deutsche Nationalhymne gespielt wurde, war Höfl-Riesch auf dem Weg ins Krankenhaus. Für diese von vielen als unsensibel empfundene Aktion des Skiweltverbands entschuldigte sich Hörmann im Namen der FIS.

Verletzungen im Oberschenkel, an der Schulter und dem Ellenbogen setzten 13 Jahre und einen Monat nach ihrem ersten Weltcuprennen den bitteren Schlusspunkt unter die großartige Laufbahn. "Das war eine traumhafte Karriere, ich war in allen Disziplinen über Jahre vorne dabei", sagte Höfl-Riesch.

Nun verabschiedete sie sich im Beisein ihrer Eltern in einem Sponsoren-Raum am Flughafen München. "Maria war eines der wenigen herausragenden Gesichter für das Image und die Wahrnehmung des Alpinsports und des deutschen Sports", sagte Hörmann und nannte den Rücktritt "ein einschneidendes Erlebnis". Er habe mit "kaum einer Athletin so mitgefiebert und mitgelitten". 2010 wurde Höfl-Riesch in Kanada Doppel-Olympiasiegerin, holte dazu Gold in der Super-Kombi und Silber im Super-G von Sotschi. "Der größte Traum hat sich für mich noch mal erfüllt, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, und das war das Schönste, was ich mir vorstellen konnte", sagte Höfl-Riesch mit Blick auf das dritte Olympia-Gold ihrer Laufbahn.

Noch vor Katja Seizinger und Rosi Mittermaier ist sie die beste deutsche Alpine bei Olympischen Winterspielen. Bei fünf WM-Teilnahmen sammelte sie insgesamt sechs Medaillen und wurde zweimal Weltmeisterin. Die kleinen Kugeln in Slalom (2009, 2010), Super-G (2008) und Kombination (2008) hat sie auch gewonnen. Bis der Deutsche Skiverband erneut ähnliche Erfolge feiern kann, dürfte viel Zeit vergehen. Außer Vancouver-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg gibt es im Damen-Team nach Höfl-Rieschs Rücktritt keine Siegfahrerin mehr.