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Sicherheitsgründe
DTM wegen Abgasreinigung in der Kritik

Audi, BMW und Mercedes verbauen laut einem Artikel des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ in ihren DTM-Rennwagen nur eingeschränkt funktionsfähige Katalysatoren in den mehr als 500 PS starken Boliden.
Audi, BMW und Mercedes verbauen laut einem Artikel des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ in ihren DTM-Rennwagen nur eingeschränkt funktionsfähige Katalysatoren in den mehr als 500 PS starken Boliden. FOTO: Erwin Scheriau / dpa
Hockenheim . Audi, BMW und Mercedes verbauen laut einem Artikel des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ in ihren DTM-Rennwagen nur eingeschränkt funktionsfähige Katalysatoren. Die Rede ist von „einer Art Katalysator-Attrappe“ in den mehr als 500 PS starken Boliden.

Das Magazin (Samstag) beruft sich auf Angaben eines Insiders, der bei einem der Hersteller in der Motorsportabteilung arbeitet.

DTM-Chef Gerhard Berger sagte auf dpa-Anfrage: „Da es in der Vergangenheit unter den hohen Belastungen eines DTM-Fahrzeugs teilweise zu extremer Hitzebildung gekommen ist, werden in Abstimmung mit dem DMSB aus den Katalysatoren seit Jahren Teile, die sich unter extremer Hitzeentwicklung lösen können, aus Sicherheitsgründen entfernt.“

Es gehe dabei nicht um die Entzündungsgefahr, sondern darum, zu verhindern, dass diese heißen Teile umherfliegen. „Nachdem es in den Anfangszeiten der neuen DTM zu solchen Ablösungen gekommen war, wurde die Regelung aus Sicherheitsgründen eingeführt“, sagte ein Sprecher des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB). Nach einer Pause von vier Jahren fährt die DTM seit 2000 wieder.

Der DTM-Rechteinhaber und -Vermarkter ITR verwies am Samstag darauf, dass es in der DTM keine Abgasgrenzwerte gebe. Die DTM sei aber die einzige bedeutende internationale Rennserie, in der überhaupt Katalysatoren verbaut werden. In der Formel 1 etwa gebe es das nicht.

Die Abgasreinigung bei Autos ist seit dem Diesel-Skandal ein großes Thema. Die Fahrzeuge in der Tourenwagen-Serie mit ihren Rennmotoren haben mit diesen Vorwürfen allerdings nichts zu tun.

(dpa)