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Zwei Sekunden entscheiden

Handball, Ostsachsenliga, Frauen.. Mit viel Optimismus sind die Handballerinnen des SV Rot-Weiß Bad Muskau in das vorletzte Heimspiel in dieser Saison gegangen. Obwohl mit Sophia Rösler eine wichtige Akteurin im Aufgebot fehlte, wollte das Team gegen die starken Gäste punkten. Ronald Byron

Nach anfänglichem Rückstand von 0:2 in der 4. Minute fanden die Rot-Weißen schnell zu ihrem Spiel. Durch Tore von Emily Schmidt, Mary Pohl und Anne Zeißler drehten sie das Ergebnis innerhalb von 90 Sekunden und führten mit 3:2. Weitere gute Spielzüge und Konter sollten folgen, sodass die Führung bis zur 14. Minute auf 8:2 ausgebaut werden konnte. Aus einer sicheren Deckung heraus wurden Unsicherheiten der Gäste in Tore umgemünzt.

Bruch in der Partie

Aber was dann ab der 14. Minute im Muskauer Spiel passierte, konnte sich keiner in der Halle erklären. Die Parkstädterinnen gaben plötzlich den Vergleich aus der Hand und überließen den nur mit fünf Feldspielerinnen agierenden Gästen das Heft des Handelns. Innerhalb von zehn Minuten wurde aus der komfortablen 8:3-Führung ein 8:9-Rückstand. Ratlosigkeit auf der Muskauer Bank, und auch die Spielerinnen haderten in dieser Phase mit sich selbst. Auch auf den Rängen wurde es merklich ruhiger. Und dabei sah das Spiel der Gastgeberinnen gar nicht so schlecht aus. Aber die Gäste hatten mit Birgit Schicht und Valerie-Marie Geißler die Spielerinnen dieser Partie in ihren Reihen. Ein ums andere Mal ließen sie die Muskauer Deckung alt aussehen und warfen insgesamt 26 der 28 Gästetore. Da konnten auch die beiden guten Torfrauen Christin Schulze und Jessica Hubatsch wenig ausrichten. Insgesamt zehn Siebenmeter gegen Rot-Weiß waren ein Indiz für eine zu schwache Deckungsarbeit. Schlimmer noch, alle Strafwürfe fanden auch ihren Weg ins Ziel. Birgit Schicht ließ den Muskauer Torfrauen nicht die Spur einer Chance.

Beim Stand von 10:13 wurden die Seiten gewechselt. Wer jetzt an eine Aufholjagd geglaubt hatte, sah sich gehörig getäuscht. Die Gäste zogen ihr Spiel auf und Tor um Tor davon. 10:18 hieß es nach 38 Minuten.

Neue Hoffnung entsteht

Erst jetzt wachten die Neißestädterinnen auf. Drei Tore in zwei Minuten ließen in der Halle und auf dem Parkett wieder Hoffnung aufkommen. Eine Viertelstunde vor Ende beim Stand von 16:21 nahm der Bad Muskauer Trainer Holger Krause eine Auszeit, um seine Mannschaft noch einmal neu einzustellen. Und das sollte sich fast auszahlen, denn fortan bot sich den zahlreichen Zuschauern in der Halle eine ansehnliche und von Spannung geprägte Partie. So kamen die Muskauerinnen durch Tore von Mary Pohl, Anne Zeißler und Manja Nadebor auf 18:21 heran. Aber die Gäste hatten wieder die passende Antwort parat.

Fünf Minuten vor Schluss fiel dann endlich der viel umjubelte und verdiente Ausgleich zum 26:26. Auch die erneute Führung der Gäste wurde durch Emily Schmidt 90 Sekunden vor der Sirene noch einmal ausgeglichen. Und 30 Sekunden vor Spielende folgte dann die Riesenmöglichkeit für Kristin Brendel per Konter, den Führungstreffer zu erzielen. Allerdings konnte sie den Ball nicht unter Kontrolle bringen. Stattdessen gab es Freiwurf und Ballbesitz für Zittau. Die Torfrau schaltete sich schnell in den Angriff ein und erzielte mit einem Gewaltwurf aus elf Metern zwei Sekunden vor Schluss den Siegtreffer zum 27:28.

Fassungslose Spielerinnen und Zuschauer, aber jubelnde Gäste. Am Ende haben die Bad Muskauerinnen zwar aufopferungsvoll gekämpft, aber verloren haben sie die Partie wohl bereits in der ersten Halbzeit. Nun gilt die ganze Konzentration dem nächsten und auch letzten Vergleich in dieser Saison. Am 25. April um 18.45 Uhr empfangen die Rot-Weißen den OHC Bernstadt in der heimischen Parksporthalle.

Bad Muskau: Christin Schulze, Jessica Hubatsch (Tor), Kerstin Kellberg, Manja Nadebor (2), Emely Schmidt (5/3), Kristin Brendel (3), Nicole Krause, Mary Pohl (5), Anne Zeißler (9), Pia Heisch