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Wenn der LHC erstmal ins Laufen kommt ...

Cottbuser Turmbau zu Babel: Die LHC-Spieler schwören sich auf den Saisonendspurt ein.
Cottbuser Turmbau zu Babel: Die LHC-Spieler schwören sich auf den Saisonendspurt ein. FOTO: Beyer
Cottbus. Der LHC Cottbus scheint sich von seiner kurzen Krise erholt zu haben und sammelt wieder fleißig Punkte im Aufstiegsrennen der Oberliga Ostsee-Spree. Gegen den TSV Rudow glückte mit dem 35:25 (17:11) der nächste Sieg. Georg Zielonkowski

Überhaupt nicht in die Gänge wollte das Spiel des Tabellenzweiten gegen den Elften kommen. Ein knappes Hin und Her wurde an der an der Anzeigetafel dokumentiert. Nicht zuletzt ein dreimaliger Rückstand veranlasste LHC-Trainer Marcel Linge bereits nach zehn Minuten dazu, eine Auszeit einzufordern. "Ich hatte den Eindruck, dass meine Jungs irgendwie nicht bei der Sache waren. Wir konnten zwar in der Woche wegen einiger personeller Ausfälle nicht optimal trainieren. Das darf aber keine Entschuldigung sein. Viel zu ruhig war es da im Deckungsgefüge und im Angriff lief beileibe auch nicht alles glatt. Gut, dass unser Torhüter Tony Mudrick mit einigen guten Aktionen den Gegner nicht noch klarer enteilen ließ."

Eine Konsequenz des Trainers war, den ältesten Akteur seiner jungen Garde, den 31-jährigen Robert Michling, in die zentrale Abwehr zu beordern. Auf dass dieser seine Nebenleute aus deren Lethargie befreien solle. Was tatsächlich auch besser funktionierte, denn bis zur Pause enteilte der Favorit vom zuvor engen 10:9 zum klaren 17:11-Vorsprung.

Ganz treffsicher in dieser Phase war Johannes Trupp, dem drei Treffer in kürzester Zeit gelangen, damit dem Randberlinern sichtlich den Nerv ziehend. "Schon in dieser Phase haben wir im Angriff zu viel preis gegeben und dem Gegner zu viel Platz gewährt. Wenn die Jungs des LHC erst einmal ins Laufen kommen, hältst Du die nicht mehr auf", so Gäste-Coach Michael Jantzen.

Der sich dann im zweiten Abschnitt darin durchaus bestätigt sah, drehte der LHC doch gerade in dieser Phase hier zu altbekannter Stärke auf. Flinke Angriffe auf die sicheren Schützen bescherten einen stets wachsenden Vorsprung. So gelangen den Cottbusern in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit elf Treffer, den Gästen in dieser Zeit lediglich vier. Womit die Partie nach 45 Minuten beim 28:15 deutlich entschieden war.

Für Marcel Linge eine großartige Gelegenheit, seinen "jüngeren und größeren Spielern", wie er seine Nachrücker bezeichnet, weitere Spielpraxis zu verschaffen. "Weil wir die ja schon bald brauchen werden", wie er später erklärte. Linge passte lediglich nicht ins Konzept, dass Rudow in der Schlussphase zwei Manndecker auf die agilen Robert Schulze und Marcus Meier setzte, wodurch die gewollte Struktur des Cottbuser Angriffsspiels nun eine völlig andere sein musste. "Aber auch das müssen die Jungs lernen, denn sie haben nichts davon, wenn ich sie aufgrund dieser veränderten Situation gleich aus dem Spiel heraus nehme, bloß weil die Partie nun anders läuft. Da müssen sie eben durch und sich auch ein wenig Dresche abholen", argumentierte Linge.

In der Endphase schickte er den 19-jährigen Don Pablo Mulemba ins Spiel, weil der sich zuvor mit seinen Leistungen in der zweiten Mannschaft für höhere Aufgaben empfahl. Ein Treffer gelang dem großgewachsenen Hoffnungsträger zwar nicht, mit einigen gescheiten Zuspielen deutete er aber durchaus seine Stärken an.

Am Ende sicherte sich der LHC den erwarteten Pflichtsieg, der die Cottbuser weiterhin (zumindest rechnerisch) im Aufstiegsrennen hält. Schon am kommenden Samstag wird bei der Heimpartie in der Lausitz-Arena mit dem SV Warnemünde das Schlusslicht der Oberliga Ostsee-Spree und damit ein nächster schlagbarer Kontrahent erwartet. Erst danach wartete dann der große Showdown beim HSV Insel Usedom.