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"Vor diesem Publikum Punkte zu holen, ist für jeden Gegner schwer"

Trainer Mike Göpfert (l.) mit Kapitän Stefan Niesecke.
Trainer Mike Göpfert (l.) mit Kapitän Stefan Niesecke. FOTO: ski
Schon 2011 ist Asahi als Zweitliga-Sieger durchs Ziel gegangen. Damals verzichtete der Verein aber auf sein Aufstiegsrecht. Nach dem erneuten Staffelsieg wollen sich die KSC-Judoka nun der Aufgabe in Deutschlands höchster Klasse stellen. Nicht nur, weil bei einem erneuten Verzicht der Abstieg in niedrigste Sphären dieser Sportart angekündigt wurde. Die RUNDSCHAU sprach mit Mike Göpfert und Stefan Niesecke. ski1

Herr Göpfert, Herr Niesecke, Sie wissen schon, dass Sie sich mit Ihrem Team auf ziemlich dünnes Eis begeben, denn Sie betreten mit der Bundesliga die Profibühne?
Göpfert: Die Energie, die uns hier in dieser Halle begleiten wird, lässt uns hoffen, dass wir hier dem einen oder anderen Profiverein ein Bein stellen können. Aber ich sage auch, dass wir mit ganz viel Demut in die Liga gehen und genau wissen, was auf uns zukommt. Dennoch werden wir bestimmt auch unsere Chancen bekommen. Auf alle Fälle wollen wir mit der Mannschaft, die wir haben und vielleicht mit Verstärkungen das Beste rausholen.

Es steht ja dennoch zu befürchten, dass die kleinen Amateure aus Spremberg von den Profis und Nationalkadern reihenweise auf die Schultern gelegt werden. Macht das dem Kapitän und seinem Gefolge nicht auch ein wenig Angst?
Niesecke: Besonders hier in dieser Halle müssen wir uns nicht vor Angst verstecken. Mein Vater hat für solche Situationen einen treffenden Spruch parat: "Nicht wir sind dafür zuständig zu zeigen, dass die anderen stark sind. Wenn die anderen schon stark sind, dann müssen sie es uns zeigen!" Und hier vor diesem Publikum Punkte zu holen, ist für jeden Gegner wahnsinnig schwer.

Sie haben in der abgelaufenen Saison auch die Heimstädten der Konkurrenz besucht. Wie schneidet Ihr eigenes Publikum im Vergleich mit den anderen ab?
Niesecke: Wir haben uns bei unseren Auswärtsvergleichen wirklich oft gefragt, ob wir tatsächlich in der 2. Liga unterwegs sind. Weil wir in Hallen gekämpft haben, in die sich 20 oder 30 Zuschauer verirrt haben. Insofern gilt unser Dank wirklich den Hunderten, die zu uns gekommen sind. Obwohl Judo nach wir vor eine Randsportart ist.

Göpfert: Wir haben es selbst von unseren heutigen Gästen aus Köln gehört, dass auch dort Judo nicht so eine Riesenrolle spielt. Auch dort fließt das Sponsorengeld eher zu den Kölner Haien im Eishockey oder zu den Fußballern des 1. FC. Auch deshalb sind wir hier bei uns jedem einzelnen Sponsor überaus dankbar für die Unterstützung. Mit prima Leistungen wollen wir das unseren Partnern auch in der nächsten Saison bestmöglich danken.

Mit Mike Göpfert

und Stefan Niesecke

sprach Georg Zielonkowski