Kegeln

Vetschauer Kegler starten in die Mission Zweite Bundesliga

Stolz präsentiert der KSV Vetschau ihren Landesmeisterpokal. FOTO: Uwe Hegewald

Vetschau. Als Saisonziel hat sich der Landesmeister den Klassenerhalt in der Staffel Südost vorgegeben. Nur mit Glück rutschte der KSV in die Liga nach.

Was den Bohle-Kegelsport in der Spreewaldstadt anbetrifft, scheinen sich die freudigen Ereignisse zu überschlagen: 100 Jahre Kegeln in Vetschau, 25 Jahre Kegelsportverein (KSV), Landesmeistertitel 1. Männermannschaft und dann auch noch deren erstmaliger Aufstieg in die 2. Bundesliga. In diesen Wochen beginnen nun die Stunden der Wahrheit zu schlagen. Nach einem Doppel-Auswärtsspieltag am kommenden Wochenende genießen die Vetschauer zwei Wochen später (29. und 30. September) erstmals Heimvorteil.

„Insgesamt sind es sechs Berliner, drei Brandenburger und drei Sachsen-Anhaltiner Mannschaften, die um den Titel oder gegen den Abstieg kämpfen“, berichtet Gerd Kschiwan. Im vergangenen Jahr hat der 48-Jährige den Vorsitz vom verdienstvollen Manfred Hantow übernommen, der den Verein seit 1989 führte.

Dass die Vetschauer beim Aufstieg das Glück der Tüchtigen ernteten, verschweigen sie nicht. „Bei den Aufstiegsspielen im April belegten wir Platz 5. Vier Mannschaften können aber nur aufsteigen“, erinnert Gerd Kschiwan an das Wimpernschlag-Finale. „Zwischen dem Ersten und uns lagen gerade mal 20 Holz“, so der Vorsitzende. Als Rostock schließlich zurückzog, rutschten die Vetschauer automatisch nach. Jugendwart Jörg Gresch stellt klar: „Wir ernten jetzt die Früchte unserer konsequenten Jugendarbeit. Und wir mussten keine Spieler rekrutieren. Nahezu alle stammen aus dem eignen Nachwuchs“, betont er. Generell habe der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit seinen Bohlekegel-Hochburgen Vetschau, Altdöbern oder Calau zuletzt immer öfter aufhorchen lassen.

„2. Bundesliga ist natürlich eine Herausforderung, der sich unsere Männer erst einmal stellen müssen“, macht Jörg Gresch an mehreren Beispielen fest. Waren für die Landesliga acht Spieltage angesetzt, so sind es jetzt 22. Aufgrund von Doppelspieltagen müssen alle Teams samstags und sonntags ran.

Neu und von Vorteil: Vor jedem Aufeinandertreffen gibt es eine einstündige Einspielzeit. „In dieser können die Mannschaften ermitteln, wem die Bahn liegt und wer ins sechsköpfige Team kommt“, erklärt Jörg Gresch. Für die Vetschauer, die pro Spieltag mit mindestens acht Keglern anreisen wollen ist das wichtig, kennen sie doch bisher nur zwei Anlagen, auf denen sie schon gespielt haben.

Der zweite Vorteil: Mit zuverlässigen Sponsoren und der Stadt Vetschau wissen die Bundesligisten treue Unterstützer an ihrer Seite, um die weiten Reisen finanziell erschwinglich zu gestalten. Als Trikotsponsor konnte die Spreewaldfarm – Vetschauer Wurstwaren – gewonnen werden. „Ausgebendes Ziel ist der Klassenerhalt“, so Vereinschef Gerd Kschiwan, der großes Vertrauen in die Mannschaft setzt. Sollte das Unterfangen gelingen, hätte der Verein im Frühjahr 2019 schon wieder einen Grund zum Feiern.