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Sport nach eigenen Regeln: Fußballnachwuchs zaubert auf Lübbener Marktplatz

Zehn Mannschaften haben sich am Streetsoccerturnier auf dem Marktplatz in Lübben beteiligt.
Zehn Mannschaften haben sich am Streetsoccerturnier auf dem Marktplatz in Lübben beteiligt. FOTO: asd1
Lübben. "Die milden Jungs" haben das Streetsoccerturnier am Samstag auf dem Marktplatz in Lübben gewonnen. Sie setzten sich vor der Mannschaft "Lübben hein Sport" und den "Seegurken" durch. Andreas Staindl/asd1 asd1

Junge Leute bis 26 Jahre durften sich beteiligen. Wer gewinnen oder sich gut platzieren wollte, musste nicht nur viele Tore schießen, sondern auch fair spielen.

Respekt der anderen Mannschaft gegenüber ist ein wichtiger Baustein des Turniers, wie Ivonne Lindemann sagt. "Die jungen Leute sollen lernen, selbst Regeln aufzustellen und diese auch einzuhalten." Die Diplom-Sozialpädagogin organisierte das Streetsoccerturnier gemeinsam mit weiteren Sozialarbeitern sowie der Kreissportjugend Dahme-Spreewald.

Vor jedem Spiel vereinbarten die jeweils beiden Mannschaften, wie sie sich auf dem Platz verhalten wollen. Ob diese Regeln eingehalten wurden, haben beide Mannschaften nach Spielschluss gemeinsam eingeschätzt. Für vorbildliches Verhalten gab es Zusatzpunkte. Zudem zählten Mädchen-Tore doppelt. Luisa Böttler war eines der wenigen Mädchen, die sich am Turnier beteiligt haben. "Ich habe kein Problem, mit Jungs gemeinsam Fußball zu spielen", sagt die Zwölfjährige. "Schließlich spiele ich mit ihnen ja auch im Verein in einer Mannschaft." Luisa spielt für die TSG Lübben 65 und sagt: "Fußball spielen ist cool."

Anders als etwa Meisterschaftsspiele wird Streetsoccer auf mobilen Anlagen gespielt. Die Spielfläche ist begrenzt, das Spielfeld etwa 10 mal 15 Meter groß. "Hier muss man schon sehr flink sein und gut mit dem Ball umgehen können", sagt David Hauptmann. "Kleine, wendige Spieler sind oft geschickter auf engem Raum." Der 24-Jährige sah es deshalb nicht als Vorteil an, dass seine Mannschaft aus Calau (Oberspreewald-Lausitz) zu den älteren des Turniers gehörte. "Auch die Jüngeren haben hier durchaus ihre Chance." Für seine Mannschaft war es die erste Teilnahme an einem Streetsoccerturnier in Lübben. "Wir sind ein Freizeitteam und an Turnieren interessiert", sagt David Hauptmann. "Auf einem Markplatz zu spielen, ist mal etwas anderes und macht Spaß."

Manuel Härtel spielt fast täglich Fußball. Der Siebtklässler besucht die Sportschule in Frankfurt (Oder), spielt dort mit den C-Junioren in der Landesklasse und in der nächste Saison in der Regionalliga, wie er sagt. Am Samstag beteiligte sich der Sportschüler mit seinen alten Kumpels aus seiner Heimatstadt Lübben am Turnier. "Es macht mir Spaß, mit ihnen Fußball zu spielen", sagt Manuel, der die sportbetonte Grundschule Friedrich-Ludwig-Jahn in Lübben besucht hatte.

Das Turnier am Samstag war lange geplant. Dennoch hat sich das Gros der Mannschaften erst vor Ort angemeldet. "Jugendliche handeln oft spontan, sind unverbindlich", sagt Markus Rutsche. Der Sozialarbeiter sagt, dass er zunehmend auch soziale Medien nutzt, um junge Leute über Angebote wie etwa das Streesoccerturnier zu informieren. Die Teilnehmerzahl diesmal liegt etwa im Bereich vergangener Jahre. "Es gibt einen festen Stamm Jugendlicher, die sich sportlich betätigen wollen und möglichst viele Angebote nutzen", erzählt Markus Rutsche. Das Streetsoccerturnier wird ganz bewusst auf dem Marktplatz veranstaltet.

Zum Thema:
Im Herbst dieses Jahres findet ein weiteres Streesoccerturnier auf dem Marktplatz in Lübben statt. Am 11. Juli wird zum Beachvolleyballturnier auf "die Insel" eingeladen. Zum Jahresende steht erneut das X-Mas-Soccerturnier in der Halle auf dem Programm. Zu allen Turnieren sind junge Leute auch aus anderen Orten eingeladen. asd1