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Lena-Sophie Grulich bestätigt beim "European Judo Cup" ihr Top-Form

Yvonne Bönisch war die erste Gratulantin von Lena-Sophie.
Yvonne Bönisch war die erste Gratulantin von Lena-Sophie. FOTO: jgu
Teplice (Tschechien). War das ein Gefühl! Voller Stolz und mit Tränen in den Augen stand Lena-Sophie Grulich ganz oben auf dem Siegerpodest des "European Judo Cup" in Teplice, natürlich vor Freude über diesen Erfolg und weil für die junge Knippelsdorferin die deutsche Nationalhymne erklang. So etwas hatte die 14-Jährige noch nie erlebt. jgu

Aber der Reihe nach: Am vergangenen Wochenende fand im tschechischen Teplice der "Cadet European Judo Cup" statt. Über 700 Judokas aus ganz Europa nahmen an den Wettkämpfen teil - auch die erst 14-jährige Kämpferin aus Knippelsdorf, die in der Gewichtsklasse bis 40 Kilogramm antrat.

Als eine der Ersten musste Lena-Sophie Grulich auf die Tatami und gegen eine Kämpferin aus den Niederlanden ihr Können unter Beweis stellen. Vorzeitig beendete sie ihren Kampf mit einer Hebeltechnik und sparte so Kraft. Auch die nächste Begegnung dauerte nicht lange. Die Elbe-Elster-Sportlerin besiegte ihre Gegnerin aus Italien mit einer Festhalte, wiederum überzeugend - Halbfinale!

Hier wartete eine Rumänin auf die Sportlerin. Mit viel Engagement bestimmte die Knippelsdorferin das Geschehen, zwang ihre Gegnerin in eine Festhalte, aus der sie sich aber befreien konnte, bekam trotzdem eine Wertung (Yuko). Nach vier Minuten stand es fest: Die Judoka aus Germany stand im Finale und dort wartete wieder eine Rumänin auf sie.

Nun hieß es, Geduld zu haben und auszuharren, vor allem nicht aus dem Rhythmus kommen, denn die Finalkämpfe fanden erst am späten Nachmittag statt. Lena-Sophie Grulich begann ihren letzten Kampf sehr verhalten und handelte sich dadurch auch eine Strafe ein - Shido gegen sie. Das ließ sie munter werden. Mehrere Versuche, einen erfolgreichen Wurf anzusetzen, misslangen anfangs. Auch im Bodenkampf hielt ihre Gegnerin dagegen und ließ sich nicht überlisten. Bis sich die Elbe-Elster-Sportlerin 40 Sekunden vor Schluss noch einmal ein Herz fasste, alle Kraft mobilisierte und durch einen gelungenen Wurf eine kleine Wertung (Yuko) erhielt. Jetzt lag sie vorn und hielt die Rumänin bis zum Ende in Schach.

Viermal gewonnen, Gold verdient und das erste Mal die deutsche Nationalhymne bei einer Siegerehrung - was für ein Tag für die 14-Jährige aus Knippelsdorf. Yvonne Bönisch, Olympiasiegerin 2004 in Athen und erfolgreichste Judoka Deutschlands, war die erste Gratulantin nach diesem Erfolg, denn sie betreute und coachte Lena-Sophie Grulich auch während des gesamten Turniers.