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| 02:45 Uhr

Inklusion mit Halbmarathon gefeiert

Die Sportler des Lauftreff Lausitz feierten zehn Jahre Inklusion beim Staffel-Halbmarathon um das Tropical Islands.
Die Sportler des Lauftreff Lausitz feierten zehn Jahre Inklusion beim Staffel-Halbmarathon um das Tropical Islands. FOTO: Manfred Grüneberg/mge1
Krausnick/Hoyerswerda. Viele schöne und erfolgreiche Geschichten hat der Sport geschrieben und der Lauftreff Lausitz hatte hier und da seinen Anteil. Einen ganz besonderen Höhepunkt konnte der Hoyerswerdaer Lauf-Verein jetzt wieder beisteuern. Manfred Grüneberg / mge1

Im Jahr 2006 hat der Lauftreff Lausitz damit begonnen, behinderte Menschen in das Vereinsleben einzubeziehen. Damals bemühten sich neun sportwillige Beschäftigte der Lausitzer Werkstätten, unter Anleitung der LTL-Vereinsführung, die positiven Effekte des Laufens zu ergründen. Aus oft nur wenigen Hundert Metern entwickelten sich die ersten Trainingskilometer, aus der ersten Volkslaufteilnahme zum Knappenseelauf über drei Kilometer wurden gleichberechtigte Teilnahmen an den regionalen Laufwettkämpfen.

Über die Jahre versuchten 16 behinderte Menschen, im Laufsport Fuß zu fassen. Nur den wenigsten gelang dies dauerhaft (hier weicht das Verhältnis jedoch nur unwesentlich vom "Otto Normalbürger" ab). Immerhin die Hälfte der Losgelaufenen ist heute noch aktiv beim Lauftreff Lausitz oder bei den "Elsterflitzern" (die Laufgruppe wurde 2011 bei den Lausitzer Werkstätten gegründet).

Mit David Habeck wurde 2006 der erste behinderte Mensch in den Lauftreff Lausitz aufgenommen. Schon zwei Jahre später schrieb er sich mit 3:56 Stunden in die Marathon-Geschichte Hoyerswerdas ein. Vier weitere behinderte Erwachsene und zwei lernbehinderte Schüler wurden danach auch vollwertige Mitglieder beim Lauftreff Lausitz.

Höchste Anerkennung verdienen sich dabei die stark fußbehinderten Sportler Rainer Schlachte und Stefan Mandrossa. Beide gaben ihren Laufeinstand schon beim Minimarathon (zwei Kilometer) anlässlich des 2. Hoyerswerda Stadtmarathons 2006. Seit vielen Jahren zählen die Sportler zu den aktivsten Teilnehmern des Vereins am Niederlausitzcup. Schon zwei Pokalsiege konnte David Habeck dabei in der leistungsstarken Altersklasse M20 verbuchen. Beim Berlin Marathon 2011 schaffte er seine bisherige Bestzeit mit 3:25 Stunden. 2013 bewältigte Habeck als erster behinderter Sportler der Lausitz einen 24-Stunden-Ultralauf (102,67 Kilometer). Ein Jahr später siegte er beim 12-Stunden- Europalauf in Hoyerswerda mit 75,85 Kilometern. Kein Wunder also, dass sich über die Jahre bei ihm 3329 Wettkampfkilometer zusammen summiert haben.

Auch Stefan Mandrossa hat die Europaläufe, welche alljährlich sein Verein organisiert, bestens genutzt. Beim Mitternachtsmarathon 2014 schaffte er erstmals die 42,195 Kilometer in 7:40 Stunden. Auch 2015 und 2016 feierte er so persönlich unglaublich schöne Marathonmomente. Bis zum Halbmarathon mit 21,1 Kilometern haben sich auch Ramona Dubrau (2012 Dresden 2:58 Stunden) und Rainer Schlachte (lief 24 Kilometer 2015 in Hoyerswerda) gesteigert.

Alle vier Behindertensportler sind regelmäßige Trainingsteilnehmer (1587 Teilnahmen) beim Lauftreff Lausitz und bringen es zusammen auf bisher 9244 Trainingskilometer. Sie sind jährlich damit Vorbilder für die anderen Vereinsmitglieder und für die gesamte Laufbewegung der Region.

Der Lauftreff Lausitz hat sein zehnjähriges Inklusionsjubiläum standesgemäß mit der Teilnahme am Halbmarathon beim "Lauf in die Tropen" begangen. Die bereits vierte Auflage des Laufes um das Tropical Islands konnte sein Teilnehmerfeld verdreifachen. Unter den 1384 Läufern waren auch drei LTL-Inklusion-Staffeln mit je fünf Teilnehmern.

Die beste Platzierung erreichte dabei das Jugendteam mit Jasmin und Vincent Eibisch, Jasmin und Florian Leh sowie Mathias Pilz auf Platz drei und einer Laufzeit von 2:02 Stunden. Das Team drei mit Antje und Lars Eibisch, Jacqueline Leh, Corina Pilz und Schlussläuferin Angela Grüneberg lief mit der besten Zeit 1:55 Stunden auf Platz 18.

Das Inklusion-Team mit David Habeck, Rainer Schlachte, Stefan Mandrossa, Denis Iwanowski und dem LTL-Vereinsvorsitzenden Manfred Grüneberg lief nach 2:09 Stunden auf Platz 28 über die Ziellinie.