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Handballfreunde greifen nach Sieg in Pulsnitz nach letztem Strohhalm

Verbandsliga Ost, Männer.. Die Handballfreunde Hoyerswerda haben am Sonnabend für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Mit 33:29 gewann das Schlusslicht bei Bronzeanwärter HSV Pulsnitz und beendete damit eine acht Spiele andauernde Niederlagenserie. hfh

Durch diesen unerwarteten Auswärtssieg gelangt sogar noch einmal der Klassenerhalt in den Bereich des Möglichen.

Wenn es den Zusestädtern jetzt gelingt, am kommenden Samstag ab 17.30 Uhr den derzeit ebenfalls personell arg gebeutelten SV Koweg Görlitz II in der heimischen VBH-Arena zu schlagen, gibt es am letzten Spieltag ein Fernduell dieser beiden Teams um den rettenden 10. Platz. Die Handballfreunde haben durch ihren abgezockten Auftritt in Pulsnitz den letzten Strohhalm in Sachen Klassenerhalt ergriffen.

Letztlich waren es sechs Minuten, die das 20. Punktspiel mit dem dritten Auswärtssieg enden ließen. Sechs Minuten, in denen die HFH vom 14:14 auf 15:21 enteilten. Dreimal Thomas Kaiser, dreimal Gregor Glathe und einmal Nico Pollack, unterbrochen nur durch einen Rückraumtreffer von Jens Mager - von diesem Sechs-Tore-Rückstand erholten sich die Pfefferkuchenstädter nicht mehr.

Größte Auffälligkeit war eine immens gesteigerte Effektivität. Zuletzt meist deutlich unter 50, bisweilen sogar nur um die 30 Prozent liegend, leisteten sich die Hoyerswerdaer in diesem Spiel eine nur relativ kleine Anzahl an Wurf- und technischen Fehlern. Auffällig war auch die Coolness, wie sie dem mit fortschreitender Spielzeit stetig steigenden "gefrusteten Flair" im Pulsnitzer Sportkomplex trotzten. Dritter sichtbarer Aspekt war die Aufmerksamkeit im Rückzugsverhalten. Hier verdiente sich vor allem Nico Pollack Bestnoten, der mehrfach einen "langen Ball wegpflückte" und damit einige schnelle Gegenstöße einleiten konnte.

Zum Spielverlauf: Eine 3:0-Führung (5.) für die HFH gab es in der gesamten Saison noch nicht. Auch wenn Pulsnitz beim 4:4 (10.) ausgleichen und bis zum 8:8 (18.) das Spiel ausgeglichen gestalten konnte, die Hoyerswerdaer gerieten nie in Rückstand. Zur Pause stand es 13:14. Der erste Treffer nach dem Seitenwechsel markierte auch gleichzeitig den letztmaligen Ausgleich zum 14:14. Dann schlug die beschriebene Stunde der HFH.

"Wenn du auswärts führst, musst du nur selbstbewusst genug sein, vorne deine Chancen rein zu machen. Dann ist es auch egal, ob du hinten einen kriegst oder nicht." Das ist ein altes Zitat von Ex-LHV-Trainer Allonge. Dieses "selbstbewusst genug sein" hieß nichts anderes, als die Köpfe oben zu behalten. Und das taten die Zusestädter diesmal.

In einem Satz zusammengefasst war es eine taktische und disziplinierte Meisterleistung einer effektiven und sichtbar Spaß am Spiel habenden Mannschaft, die in Robert Ide, Franz Wittig und Gregor Glathe ihre tragenden Säulen und in Thomas Kaiser und Nico Pollack ihre sicheren Vollstrecker hatte.

Handballfreunde Hoyerswerda: Tor: Ide, Kleist. Feld: Kaiser (13/3), Pollack (9/1), Glathe (5), Gäbler (4/1), Huth (1), Last (1), Wittig, Berthold, R. Krahl.