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"Haben nur an die Verletzten gedacht"

Max Kanter vom RSC Cottbus (l.) und Leo Appelt aus Niedersachsen.
Max Kanter vom RSC Cottbus (l.) und Leo Appelt aus Niedersachsen. FOTO: Georg Zielonkowski / ski1
RADSPORT. Noch am Morgen des Schlusstages der 40. Junioren-Etappenfahrt hatte RSC-Trainer Rainer Gatzke mit seinen Fahrern einen Plan besprochen, nach dem sein Sextett möglichst noch den bis dahin Gesamtführenden Leo Appelt aus Niedersachsen abfangen sollte. 16 Sekunden wollte der auf Rang zwei lauernde Max Kanter beim abschließenden Drei-Runden-Rennen bis Dissen wett machen. Aufgrund der beiden schweren Stürze im Juniorenfeld wurde die Etappe jedoch beendet und aus der Wertung genommen. Mit den beiden Top-Fahrern der Jubiläumstour hat die RUNDSCHAU im Ziel in Dissen gesprochen. ski1

Max und Leo, aus dem Duell um den Gesamtsieg wurde nun nichts aufgrund der vorherigen Unfälle. Max, Du hattest den ersten Prämienspurt gewonnen und hier bereits drei Sekunden Gutschrift erhalten. Wie sehr hast Du später den Rennabbruch bedauert?

Max: Eigentlich nicht so sehr, vielmehr habe ich an die verletzten Fahrer gedacht und sehr gehofft, dass es keine weit reichenden Folgen bei den Jungs hinterlässt. Und ich hatte zwar die drei Sekunden, aber Leo war hinter mir, damit hatte er auch weitere zwei Sekunden Boni bekommen, da war schon fast klar, dass ich nicht mehr ran komme. Uns allen war eh klar, dass es schwer wird, da noch was auszurichten. Für mich war Leo eh einer der großen Favoriten des Rennens. Grundsätzlich war es aber von der Rennleitung absolut korrekt, das Rennen abzubrechen.

Leo, wie erleichtert warst Du, dass nach dem Abbruch Dein Gesamtsieg feststand?
Leo: Von Erleichterung keine Spur, wir kennen uns doch alle, sind wie eine Familie. Deshalb waren auch meine Gedanken die ganze Zeit bei den Verletzten. Insofern alles korrekt mit dem Abbruch, zumal ich glaube, das Gesamtklassement war eh zu meinen Gunsten entschieden.

Max, das Trikot des besten Sprinters hast Du ja nun als kleine Entschädigung, ist das nicht großartig für einen Fahrer des jüngeren Jahrgangs?
Max: Also mit dem weißen Trikot bin ich hochzufrieden. Darauf war die Taktik unserer Mannschaft auch bis zuletzt ausgerichtet. So sind die Hemdchen wohl absolut korrekt verteilt. Leo ist der bessere Zeitfahrer und ich habe eben die besseren Karten beim Sprint. Oder Leo?

Leo: Besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Stimmt genau, wie Du es sagst.

Seid Ihr auf der Piste auch so gute Freunde, wie es hier im Interview den Anschein hat?
Max: Doch das ist auch im Rennen so, zumal wir ja im Nationalteam gemeinsam am Start sind. Und in diesem Rahmen verbringen wir ja auch viel Zeit miteinander, da ist man sich schon relativ nahe.

Leo: Im Rennen fährt man Rennen, aber immer noch auf einer fairen Art, die tatsächlich auch mit dem gegenseitigen Respekt zu tun hat.

Wann trefft Ihr Euch das nächste Mal wieder?
Leo: Schon bald, denn am kommenden Wochenende geht es ja mit der Bundesliga in Düren weiter. Ja und dann kommen ja die Deutschen Meisterschaften im Zeitfahren, da will ich ganz weit vorn ankommen. Auch da treffe ich ja viele der Starter, die hier dabei waren.

Mit Max Kanter und Leo Appelt sprach Georg Zielonkowski