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Gubenerin springt und läuft sich zu Deutschen Senioren-Meisterschaften

Lunte gerochen: Nadine Koch will auch bei der nächsten Senioren-EM in Italien wieder dabei sein und ihr Land vertreten.
Lunte gerochen: Nadine Koch will auch bei der nächsten Senioren-EM in Italien wieder dabei sein und ihr Land vertreten. FOTO: privat
HALLEN-EUROPAMEISTERSCHAFT LEICHTATHLETIK. Vom 23. bis 28. März ist in Polen bei den 10. Senioren-Hallen-Europameisterschaften um Medaillen gekämpft worden. In das Starterfeld von 2400 Sportlern aus 33 Nationen reihte sich auch Nadine Koch aus Guben ein, die sich im Speerwurf eine Top-5-Platzierung erkämpft hat. Ute Richter/utr1

Mit jeder Menge positiver Eindrücke und persönlichen Bestleistungen ist die 37-jährige Senioren-Leichtathletin des SV Chemie Guben in ihre Heimatstadt zurückgekommen. Vorgenommen hatte sich Nadine Koch eine Top-10-Platzierung. Herausgekommen sind deren drei - und davon sogar eine Top-5-Platzierung im Speerwurf: Mit 31,85 Meter hat sie ihre Bestleistung um über zwei Meter verbessert.

"Das war der beste Wettkampf, den ich bisher erlebt habe", sagt Koch. Doch auch beim Weitsprung konnte sie sich über einen 8. Platz mit 4,45 m freuen. Eine für sie sensationelle Zeit lief sie über die 60 Meter. "Leider kam ich da nicht in den Endlauf, war aber trotzdem mit meiner Leistung echt zufrieden", erzählt sie. Im Kugelstoßen belegte Nadine Koch Platz sieben. Im Speerwurf, Weitsprung und 60m-Lauf hat die Gubener Leichtathletin zudem die Normen für die Deutschen Senioren-Meisterschaften erreicht. "Deshalb ist die Teilnahme für mich im Juli in Zittau auch Pflicht", sagt sie schmunzelnd.

Jetzt geht es darum, an der 100-Meter-Norm auf der Bahn außerhalb der Halle mit Trainerin Hildegard Petter zu feilen. Die 85-jährige Ausnahmetrainerin ist stolz auf ihren Schützling, der erst mit knapp 35 Jahren anfing, aktiv Leichtathletik im Seniorenbereich zu betreiben. Mit der Teilnahme an den Senioren-Hallen-EM hat sich Nadine Koch einen großen Traum erfüllt.

Als einen der schönsten Momente nennt sie das Einlaufen bei der Eröffnungsfeier. "Das war echt wie im Fernsehen", erzählt sie. Vor allem, weil sie als eine von 15 deutschen Athleten das Land präsentieren durfte. "Das war unglaublich." Unterstützt wurde Nadine Koch in Torun von ihrem Mann und ihrer Tochter. "Sie haben auf der Tribüne stets ausgeharrt und mitgefiebert und am lautesten aufgeschrien bei meinem Wahnsinns-Speerwurf."

Nun heißt es, sich auf die Deutschen Meisterschaften in vier Monaten und für die Hallen-EM 2016 in Italien vorzubereiten. Denn da will sie wieder dabei sein. "Jetzt bin ich heiß, denn die Stimmung war einfach großartig." Sie wünscht sich, dass sich vielleicht ein Hauptsponsor findet, der sie ganzjährlich unterstützt. Denn bisher hat der SV Chemie und vor allem die Familie alle Kosten allein getragen. "Wenn ich jetzt Guben bei Wettkämpfen in Deutschland und der Welt vertrete, wäre es schön, wenn mir jemand die finanzielle Last von den Schultern nehmen könne. Dann könnte ich mich voll und ganz auf den Sport konzentrieren."