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Gastgebern geht die Puste aus

Handball, Ostsachsenliga.. Trotz des traumhaften Frühlingswetters ist das Rietschener Stahlwerk gerammelt voll gewesen. Schließlich war kein Geringerer als Favorit Radeberg zu Gast. Die Partie versprach einiges an Spannung. René Gottschling

Volldampf voraus ging es ins Spiel. Beide Seiten waren auf Tempohandball eingestellt, trugen ihre Angriffe schnell nach vorn. Rietschen, in den Anfangsminuten eine Nasenspitze obenauf, konnte die sich bietenden Freiräume geschickter nutzen und sich zumindest bis zur 10. Minute gut in Führung halten. Kampfgeist und Siegeswillen waren in beiden Mannschaften spürbar. Radeberg schloss sukzessive die Lücken in der Abwehr, stellte sich mit zunehmender Spieldauer immer besser auf das Rietschener Angriffsspiel ein. Der Ausgleich war daher nur eine Frage der Zeit, er folgte schließlich in der 13. Minute.

Von da an nahmen die Gäste die Zügel in die Hand. Auch aufgrund des besseren Schlussmannes, Falko Wiereck, erkämpften sich die Bierstädter bis zum Pausentee ein durchaus komfortables Polster. Im Vergleich zu den letzten Aufeinandertreffen wirkte Radeberg wie ausgewechselt. Schneller, agiler, bei weitem mit mehr Durchsetzungsvermögen als im Hinspiel: Damit hatten die Stahlmannen so nicht gerechnet. Selbst in Rietschener Überzahl zeigten sich die Gäste erfolgreich. Mit 12:17 ging es in die Kabinen.

Zwar konnten die Hausherren über die Außenpositionen den Rückraum etwas verkürzen (17:20). Spielgestaltend war jedoch weiterhin der Radeberger SV. Mit mehr Variantenreichtum und taktischem Kalkül tanzte er die Rietschener Abwehrriegen aus. Die SSV-Mannen hatten kaum etwas dagegenzusetzen. Die eigenen Angriffsbemühungen waren zu vorhersehbar. Einzig Moral und Kampfgeist hingen weiter oben.

Die Vorentscheidung fiel acht Minuten vor Schluss, der RSV lag unterdessen mit 29:19 vorn. Der Rest war fast nur noch Rumgeplänkel. Die Bierstädter konnten einen Gang zurückschalten, denn Rietschen ging so langsam die Puste aus. Die letzten sieben Tore des Spiels fielen mehrheitlich vom Siebenmeterpunkt, ehe die Schiedsrichter das Spiel beim Stand von 23:32 abpfiffen.

Der RSV rückt dem Aufstieg ein gutes Stück näher, Rietschen muss sich nun auf einen vernünftigen Abschluss der Saison konzentrieren. Jetzt ist der SSV zu Gast beim NSV Gelb-Weiß Görlitz, ehe dann am 28. April das Derby gegen den SV Lok Schleife wieder in heimischen Gefilden stattfindet.

Rietschen: Richter, Mertinatsch, Hentschel (3), Hilke (4), Hänchen (1), Walter, Kelch (5), Gottschling (2/1), Bodinka (2), Mrosk, Opitz (1), Obier (-/4), Schander