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Gäste brechen bei starkem Gegner gleich doppelt ein

Kampf und Krampf bestimmten Teile der Partie.
Kampf und Krampf bestimmten Teile der Partie. FOTO: R. Gottschling
Ostsachsenliga. Auch dieses Mal sind die Punkte in der Lessingstadt geblieben. R. Gottschling

Bereits den Start wollten die Rietschener nicht so recht finden. Mit eher halbherzigen Versuchen im Angriff scheiterten sie immer wieder vorrangig an der kompakten Deckung des Gegners. Den Hausherren erging es allerdings nicht viel besser, auch sie bissen sich an der Defensive und am SSV-Torwart die Zähne aus. Erst ein durch Jacob Gottschling abgefangener Pass und der daraus resultierende freie Konterlauf brachten in der 6. Minute Zählbares auf die Anzeigetafel. Kamenz reagierte zwar umgehend, musste in den nächsten Minuten aber zunehmend den Gästen die Zügel überlassen. Mit beispielhafter Konzentration und Kommunikation in der 6:0-Deckung ließ der SSV die Kamenzer immer wieder auflaufen, luchste ihnen so einige Bälle ab. Zwar konnte im Gegenzug nicht jede Chance verwandelt werden, die Rietschener waren aber immer eine Nasenspitze vorn.

Nach 15 Minuten hatten die Gäste ein komfortables 4:9-Polster aufgebaut, das den Kamenzer Trainer Wolf veranlasste, die Auszeit zu nehmen. Zwar verstanden die Kamenzer es jetzt besser, die eigenen Lücken zu schließen, an der Rietschener Abwehr hatten sie aber weiter zu knabbern. Mit Tempo ging es auf beiden Seiten voran, zunehmend auch härter und kämpferischer. Ab der 25. Minute (6:12) und in Unterzahl dann der erste große Bruch für Rietschen: Die Hausherren hatten ein probates Mittel gegen die Stahlwölfe gefunden, versorgten zunehmend Kreisläufer Denny Magister mit Freiräumen und guten Abschlusspositionen. Der Vorsprung schmolz auf 8:12 und kurz vor dem Pausenpfiff sogar auf 9:12.

Der HVH meldete sich bei Weitem druckvoller zurück, setzte den Lauf aus der ersten Halbzeit fort. Keine drei Minuten brauchte er, um das Spiel auf 13:12 zu drehen. Rietschen wurde förmlich überrannt, hatte dem Ganzen wenig entgegenzusetzen. Aufseiten der Gäste gab es zu viel Hektik, zu viel Stress. Auch Überzahlsituationen wurden leichtfertig vergeben. Kamenz setzte sich so weiter ab, schaffte zur 40. Minute die 19:15-Führung. Die Rietschener Gemüter heizten sich auf, im Mannschaftsgefüge wackelte es erheblich.

Ein paar personelle Umstellungen beruhigten die Situation jedoch wieder etwas. Der SSV blieb hintendran, konnte zunächst wenigstens im Gleichschritt mithalten, mit fortschreitender Spieldauer auch wieder etwas aufholen. In der 47. Minute war der Ausgang wieder offen: 21:21.

Statt den Lauf weiter zu nutzen, brachen die Rietschener jedoch wieder ein. Konditionell noch etwas fitter stand der HVH-Block bei Weitem schneller bereit, als der SSV-Rückraum zum Abschluss kam. So verpufften nahezu alle Angriffe, und Kamenz machte sukzessive den Sack zu. Fünf Minuten vor Abpfiff war der Drops gelutscht. Einen Stand von 27:22 aufzuholen, wäre prinzipiell machbar, lag aber außerhalb der Möglichkeiten. So konzentrierte sich Rietschen auf Schadensbegrenzung.

Rietschen: Stefan Richter, Sven Mertinatsch, Björn Hentschel (7), Lennart Hilke (3), Jacob Gottschling (4), Sören Pörsel (3/3), Danilo Mrosk, Marcel Schan der, Felix Kelch (1), Daniel Bodinka, Markus Hänchen