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Fußball, Rennrad, Rasenmäher

Dieter Wegner (r.).
Dieter Wegner (r.). FOTO: Hegewald
Calau. Das Ausüben von Breiten- und Spitzensport hängt auch immer von fachkundigen, zuverlässigen und konsequenten Trainern und Übungsleitern ab. Von Menschen, die motivieren können, das Vereinsleben im Lot halten und sich nicht zu schade sind, auch einmal auf den Rasenmäher zu steigen oder das Laub vom Fußballplatz zu kehren. Uwe Hegewald/uhd1

Dieter Wegner aus Calau ist einer dieser Personen.

Vielleicht war es dieser eine Moment im Jahr 1968, der den bis heute andauernden, sportlichen Weg des Dieter Wegner vorzeichnete. Bei strömendem Regen stand der damals 14-Jährige auf dem Podest, um von Gustav Adolf Schur die Silbermedaille bei den DDR-Jugendmeisterschaften im Radsport entgegenzunehmen. Genau der Adolf Schur, der mit seinen zwei Amateur-WM-Titeln und mehreren DDR-Meisterschaften das Idol für eine ganze Radsportgeneration verkörperte. "So einen Moment vergisst man sein Leben nicht", sagt der heute 63-Jährige.

Das Herz des Calauers schlägt für seine Frau Heidelore und für die Spielvereinigung (SV) Calau, wo er die Funktion des Fußball-Abteilungsleiters ausübt. Zudem wirkt er im Vereinsvorstand mit, ist Mitglied im Calauer Sportbeirat, pfeift Fußballspiele, macht sich auf dem Gelände des SV Calau nützlich oder sucht den Dialog zur Landespolitik. "Mit Ministerpräsident Dietmar Woidke und anderen Ministern habe ich schon mehrfach Gespräche geführt und die sportliche Situation hier unten an der Basis geschildert", berichtet Dieter Wegner. Und er erzählt von den Chancen, die der Sport bietet, egal von welcher Generation dieser ausgeübt wird.

Dass der Calauer nicht ausschließlich ins Hadern und Kritisieren verfällt, sondern mit nachahmenswertem Beispiel vorangeht, wird mit zur hohen Preisverleihung beigetragen haben. Im Frühjahr ist Dieter Wegner vom Landessportbund zum Sportsympathiegewinner ernannt worden. Gründe gab und gibt es genug. Als beispielsweise der OSL-Kreissportbund und der Verein "Freie Jugendhilfe Niederlausitz" ein Sportfest für Calauer Grund- und Oberschüler ins Leben rief, war er sofort zu begeistern.

"Unser Anliegen ist es, Kinder und Jugendliche für den Sport zu begeistern und ihnen im Idealfall für einen Beitritt in einen Verein zu gewinnen", erklärt er die Zielstellung. Bei den Bambinis müsse das mit einem maßvollen Annähern passieren und nicht gleich mit einem Mitgliedsantrag gedroht werden, so Wegner. Die Philosophie des Zusammenführens werde bis in reifere Generationen hineingetragen.

Wie der Sportsympathiegewinner mitteilt, gibt es beim SV Calau vier verschiedene Gymnastikgruppen mit insgesamt über 70 Mitgliedern. In denen findet zudem ein reger Austausch gesellschaftlicher und geistiger Aspekte statt und dadurch ein Gegensteuern erreicht, bevor Leute in häusliche Isolation flüchten. "Unsere Aufgabe muss es sein, noch mehr Möglichkeiten zu schaffen", appelliert er.

Dieter Wegner ist in Gahlen (Stadt Vetschau) in einer sportbegeisterten Familie aufgewachsen und hatte schon im Kindesalter Urkunden und Preise abgeräumt.

In Erinnerung geblieben ist, wie er und seine Brüder Ulli, Frank und Dieter in den 1970er-Jahren zusammen in der Männermannschaft von Koßwig dem runden Leder nachjagten. Für das Elternhaus ging es seinerzeit darum, den Zusammenhalt unter den Brüdern so gut es geht zu unterstützen und zu bewahren. Und so entschieden sie sich nach dem Silbermedaillengewinn 1968 bei den DDR-Jugendmeisterschaften gegen das Angebot, ihren Filous Dieter zu Dynamo Berlin zu delegieren. Mitglied der DDR-Nachwuchs-Nationalmannschaft war er zu diesem Zeitpunkt bereits.