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| 02:36 Uhr

Füchse aus der Falle gelassen

Nick Widera traf in Berlin zwölf Mal für den LHC.
Nick Widera traf in Berlin zwölf Mal für den LHC. FOTO: sby1
Cottbus/Berlin. Der LHC Cottbus hat in der Handball-Oberliga durch ein 32:32-Unentschieden gegen die Nachwuchsvertretung vom Bundesligisten Füchse Berlin die Tabellenführung eingebüßt, da der neue Spitzenreiter Stralsund sein Heimspiel gegen Brandenburg-West knapp gewann. Wolfgang Swat / wsw1

Die rund 50 Fans des LHC, die die Mannschaft im Spiel gegen den Drittliga-Absteiger in der Hauptstadt lautstark unterstützten und auch die Spieler um den starken Kapitän Marcus Meier haderten nach dem Schlusspfiff eher wegen eines verlorenen Punktes als sich über einen gewonnenen Punkt zu freuen. Dabei wäre angesichts der Ausgangslage vor dem Anpfiff wohl jeder beim LHC mit einem Unentschieden zufrieden gewesen nach der Feiertagspause und nur drei Trainingseinheiten in der ersten Januarwoche. Einige Akteure hatten gerade Erkrankungen und Verletzungen auskuriert, zudem war der Einsatz von Nick Widera nach einer Operation mehr als ungewiss.

Was die Mannschaft unter diesen Umständen bot, war deshalb umso bemerkenswerter. 50 Minuten lang lag der LHC beim Aufstiegsaspiranten in Berlin teils deutlich in Führung. "Vor allem in der ersten Halbzeit haben die Jungs ganz stark gespielt", stellte Trainer Marcel Linge fest. Julien Adam im Tor war ein ausgezeichneter Rückhalt, in der Abwehr wurde diszipliniert agiert und im Angriff hatten Marcus Meier und Florian Takev die Fäden straff in der Hand. Beim 7:14 lag der LHC sogar mit sieben Toren in Front, und der Halbzeitstand von 14:18 war Ausdruck der Überlegenheit der Cottbuser in den ersten 30 Minuten.

Auch nach Wiederbeginn hielt man den Gastgeber lange auf Distanz. Florian Berndt, der ins Tor gewechselt war, knüpfte an die starke Leistung seines Vorgängers an und parierte einige Male in heiklen Situationen.

Die Berliner allerdings legten deutlich zu, zumal der LHC seinem hohen Tempo und fehlenden Wechselmöglichkeiten Tribut zollen musste. "Wir haben in einigen Situationen nicht die richtigen Entscheidungen getroffen und zu hastig agiert, statt die Bälle zu sichern", so Linge.

Hinzu kamen Pfiffe der Schiedsrichter, die auf Cottbuser Seite für Unverständnis sorgten. Am Ende hatte der LHC dann sogar noch Glück, nicht mit leeren Händen dazu stehen. Die Jungfüchse aus Berlin gaben sich nämlich nicht geschlagen und entkamen beim Stand von 28:30 mit einem 5:0-Tore-Lauf zum 32:30 mit Können und List den Jägern aus Cottbus. Die LHC-Handballer rafften sich jedoch noch einmal auf und sicherten wenigstens noch "einen mehr als verdienten Punkt", wie Linge feststellte. Und den feierten die mitgereisten Anhänger am Ende doch noch gebührend.

Nach dem Abpfiff gab sich Kapitän Marcus Meier nach der ersten Enttäuschung kämpferisch. "Wir halten als Team zusammen und werden nun im Training den nächsten Schritt machen, denn wir wollen uns die Tabellenführung zurückholen."

Heimspiel erst am 12. Februar

Zunächst aber muss der LHC noch zweimal in Folge in Ludwigsfelde und anschließend in Stralsund auswärts antreten, weil die Lausitz-Arena in Cottbus belegt ist. Die Lausitzer Handball-Fans können die Mannschaft erst am 11. Februar zum ersten Rückrunden-Heimspiel begrüßen. Beim LHC ist man darüber alles andere als glücklich. "Nichts gegen leistungssportliche Groß ereignisse wie das Springermeeting. Unterklassige Fußballturniere mit wenigen Zuschauern könnten allerdings auch in der Halle in der Poznaner Straße ausgetragen werden", kritisiert Linge und wünscht sich von der Stadt ein deutlicheres Signal für die Handball in Cottbus.